Der Blick für die Schönheit

Zwischen Impressionismus und Kokoschka: Der Maler Karl Benninger in einem Selbstporträt.

Er ist selbst in Fachkreisen nahezu unbekannt, seine Arbeiten lohnen aber eine nähere Betrachtung. Insofern leistet das Kloster Schlehdorf derzeit kunsthistorische Pionierarbeit mit der im Kunstraum gezeigten Ausstellung mit Gemäl- den des aus Unterfranken stammenden Historikers, Archäologen und Kunsthistorikers Karl Benninger. Sein einzigartiger Lebensweg lässt sein Werk zudem in einem besonderen Licht erscheinen, schuf er doch als fast blinder Kriegsversehrter Malereien, die dem Betrachter angesichts der Form- und Farbenfülle den Blick öffnen für die Schönheit der Natur.

Karl Benninger, dessen in Ohlstadt wohnende Tochter Eva Okrslar diese Ausstellung als Kuratorin auf die Beine gestellt hat, hat sich Zeit seines Lebens intensiv der Malerei gewidmet. Dabei galt sein besonderes Interesse der Porträtmalerei, der Darstellung von Städten und Landschaften sowie der Aktmalerei. Benninger, der als achtzehnjähriger Soldat von der Wehrmacht eingezogen wurde, kehrte schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Auf dem einen Auge vollständig erblindet, schränkte ihn zusätzlich die auf zehn Prozent reduzierte Sehfähigkeit auf dem anderen Auge ein. Vor diesem Hintergrund muss das stark von impressionistischen Malern geprägte Oeuvre gesehen werden. Die Auseinandersetzung mit dem Werken von Edvard Munch, später auch Oskar Kokoschka und Ernst Wilhelm Nay prägten seine eigene Malerei. In Schlehdorf sind eine Reihe von Baumporträts zu sehen, die den Betrachter auf ganz eigene Weise zu faszinieren wissen. Gleichzeitig präsentiert Eva Okrslar Werke von Benninger, die der sogenannten informellen Malerei, die einer besonderen Form abstrakter Malerei, zuzurechnen ist und in der Nachkriegszeit zunächst nur selten umgesetzt wurde. Daneben schuf Benninger, der in den fünfziger Jahren, solange es seine Behinderung zuließ, für das Landesamt für Denkmalpflege in Würzburg tätig war, ein buntes Kaleidoskop an Landschaftsbildern. Große Bedeutung nahm dabei seine unterfränkische Heimat ein. Fast schon wäre man versucht, ihn als malenden Chronisten seiner unterfränkischen Heimat zu bezeichnen, so umfangreich und vielseitig verewigte er in seinem Werk sein Zuhause. Gleichwohl nutzte er aber auch Auslandsreisen, um dort ebenfalls die Schönheit und Eleganz von Städten und Regionen malerisch einzufangen. In der Schlehdorfer Ausstellung spielen aber Landschaftsmalereien, die Szenen aus dem Blauen Land zeigen, eine besondere Rolle. Im Alter von 64 Jahren starb Benninger im Mai 1990 in Würzburg. Nun wird sein Werk erstmals in einer eigenen Ausstellung auch im südbayerischen Raum vorgestellt. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 20. März täglich von 10 bis 16 Uhr.

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