Hochzeitskorso auf der A95

Hochzeitsgesellschaft blockiert Verkehr auf der Autobahn

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Als am vergangenen Samstag ein Paar seine Hochzeit feierte, hielt das zahlreiche Polizeibeamte ganz schön auf Trab.

Landkreis –  Das geschmückte Brautauto führte den Konvoi aus rund 20 Fahrzeugen an. Zwar bewegte sich der Korso auf der Autobahn durchaus voran, doch blieb er dabei immer wieder abrupt stehen und beanspruchte auch noch alle Fahrbahnstreifen für sich. Eine Hochzeitsfeier auf der A95.

Eine Hochzeitsgesellschaft hielt am vergangenen Samstagnachmittag die Polizei, die Verkehrspolizeiinspektion Weilheim, die Polizeiinspektion Wolfratshausen sowie Einsatzkräfte der umliegenden Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Atem. Sogar ein Polizeihubschrauber hob ab. Der Grund: in einem Konvoi sollen, so berichteten Zeugen der Polizei, die Feiernden zunächst rund einen halben Kilometer in der Nähe der Anschlussstelle München-Fürstenried alle Fahrstreifen der A95 blockiert haben. Im weiteren Verlauf sollen die Fahrzeuge an der Spitze des Korsos, darunter das mit einer türkischen Landesflagge geschmückte Auto, in dem das Brautpaar saß, immer wieder Gas gegeben haben, um dann auf die Bremse zu treten und die Kolonne gänzlich zum Stillstand zu bringen. 

Überholen konnten die anderen Verkehrsteilnehmer den Korso nicht, denn die vorderste Reihe habe das durch „beschleunigtes Zickzack-Fahren“ unterbunden, so Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Im dunklen Lack glänzte die Masse aus Fahrzeugen, die ihre Fahrt dann mit Warnblinklicht in südliche Richtung fortgesetzt haben sollen. Vermutlich verließ der Hochzeitskorso dann an der Anschlussstelle Penzberg/Iffeldorf oder Sindelsdorf die Autobahn. Die Polizei schließt nicht aus, dass es später in den Baustellenbereichen am Starnberger Dreieck und im Bereich der Anschlussstelle Seeshaupt zu weiteren Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen sein könnte. 

Fahndungs- und Aufklärungsmaßnahmen im Bereich der Autobahn als auch im Landkreis Weilheim-Schongau wurden sofort eingeleitet, sodass die Beamten die Hochzeitsgesellschaft ausfindig machen konnten. „Die Verantwortlichen der Veranstaltung wurden durch die Polizei eindringlich über die Folgen verkehrswidriger Verhaltensweisen“, erklärt Huber, der appelliert: „Hochzeiten sind nachvollziehbar ein Grund zum Feiern. Allerdings darf die Ausgelassenheit nicht dazu führen, dass andere Menschen gefährdet werden oder gar zu Schaden kommen.“

Die Verkehrspolizei Weilheim hat nun mehrere Strafverfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Verdachts auf Nötigung eingeleitet. Daher bittet die Verkehrspolizeiinspektion nun um weitere Zeugenhinweise unter Tel: 0881/640302. ra

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