Neuer Verein in Penzberg

Breitfilz-Gartler optimistisch wegen Pachtvertrag mit der Stadt

Auf dem Foto sind drei Personen in einem Garten zu sehen.
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Fototermin im Grünen: (v.l.) Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Vereinschef Paul Hattemer und Kreisfachberaterin Heike Grosser.

Penzberg – Der Verein Freizeitgärten Breitfilz in Penzberg setzt sich seit seiner Gründung in diesem Sommer für einen Erhalt der gleichnamigen Kleingartenanlage ein. Jetzt hat er einen Unterstützer bekommen – den Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege.

Wie berichtet, hatte sich der Verein Freizeitgärten Breitfilz heuer im Sommer gegründet. Er ging aus den baurechtlichen Problemen in der Anlage hervor.Weil diese nicht den Vorschriften genügte, hatte die Stadt Penzberg im Jahr 2017 beschlossen, die Kleingartenanlage neu zu ordnen. Unter anderem soll der Brandschutz geregelt werden. Auch hatte man im Rathaus auf eine Vereinsgründung gesetzt. Ziel: Mit diesem einen Gesamtpachtvertrag abschließen, und nicht mehr – wie bisher – mit jedem einzelnen Parzellennutzer.

Baurecht ist nötig

„Ohne Baurecht geht gar nichts“, hatte Vorsitzender Hattemer nach der Gründung mitgeteilt. Denn seit drei Jahren gilt ein Nutzungsverbot für die Anlage, ausgesprochen vom Landratsamt. Die Stadt Penzberg arbeitet derzeit an der Aufstellung eines Bebauungsplans. Laut Hattemer liegen die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vor, allerdings würden noch Gutachten unter anderm zum Artenschutz fehlen. Den Bebauungsplan braucht es auch, damit das Landratsamt sein Nutzungsverbot zurückziehen kann. Auch müssen die Sicherheitslücken in der Anlage geschlossen werden. Dazu gehört die Löschwasserversorgung – neben einem Tank wird aktuell auch über einen Brunnen nachgedacht – und der Bau von ausreichend breiten Rettungswegen. Eigentlich sollte der Bauausschuss am Dienstag vergangener Woche nicht-öffentlich über die Planungsvergaben beraten, allerdings fiel die Sitzung der Corona-Situation zum Opfer.

Zufrieden mit Entwicklung

Insgesamt ist Vereinschef Hattemer zufrieden mit der Entwicklung. „Wir sind gut unterwegs“, sagt er auf Nachfrage. Er rechnet damit, dass der neue Verein „bis Mitte nächsten Jahres“ einen Gesamtpachtvertrag mit der Stadt abschließen kann. Ein Entwurf liegt bereits auf dem Tisch, allerdings gebe es noch Klärungsbedarf, heißt es vom Vorsitzenden. Der Verein zählt derzeit elf Mitglieder. Bei dieser Dimension wolle man es belassen bis das Gesamtpaket steht. Der Vorsitzende betont derweil die Bedeutung der Breitfilz-Anlage für die Stadt: „Das ist eine bedeutende Naherholungseinrichtung in Penzberg.“

Im Landesverband für Gartenbau

Der noch junge Verein kann mittlerweile auf kreis- und bayernweite Strukturen setzen. Die Penzberger hatten auf der Suche „nach fachlicher und organisatorischer Unterstützung“ einen Antrag auf Aufnahme in den Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege gestellt, wie Kreisverbands-Geschäftsführerin Heike Grosser mitteilt. Die Dachorganisation (die rund 3250 Vereine im Freistaat vertritt) habe dem Ansinnen zugestimmt, „da die Satzungsziele übereinstimmen und die Gemeinnützigkeit gegeben ist“. Unter dem Motto „Gartenbauvereine helfen Mensch und Natur“ kann der Verein nun das Angebot an Seminaren, Fachinformationen, die Verbandszeitschrift „Der praktische Gartenratgeber“ sowie Erleichterungen bei der Mitgliederverwaltung nutzen. Insbesondere war es dem Vorstand um Vorsitzenden Hattemer wichtig, dass die Tätigkeiten für den Verein entsprechend versichert sind. Die Einzelmitgliedschaft bietet zusätzliche Vergünstigungen beim Einkauf von Gartenbedarf.

40. Verein im Kreisverband

Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), die zuletzt im Sommer Breitfilz-Vertreter in Penzberg zum Austausch besucht hatte, ist froh, dass der Verein nun durch Kreisfachberaterin Grosser unterstützt wird, wie es in der Mitteilung aus dem Landratsamt heißt. Die Penzberger Organisation ist der 40. Verein der im Kreisverband für Gartenkultur zusammen geschlossenen Vereine. Im Landkreis seien damit circa 7500 Garteninteressierte derart organisiert. Der Verein kann auch auf die Unterstützung der Stadt zählen. Bei der sechswöchigen Aufräumaktion der Aktiven auf dem Areal griff die Kommune tatkräftig unter die Schultern. Sie stellte Container zur Verfügung und kümmerte sich um den Abtransport. Gesammelt wurden Metall, Hausmüll und überwiegend Holzreste. Das Sammeln lohnte sich: „43 Container sind abgefahren worden“, berichtet Hattemer.

Andreas Baar

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