Zweimal Spitz auf Knopf

Unwetter und ganz normales Alltagsgeschäft halten die Feuerwehr in Penzberg auf Trab

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Nichts mehr zu machen: Der VW-Bus brannte vollständig aus, die Feuerwehr verhinderte aber das Übergreifen der Flammen auf eine Garage, deren Dachbretter bereits angesengt waren.

Penzberg – Auf ein einsatzreiches Wochenende blickt die Penzberger Feuerwehr zurück: Insgesamt 13 mal rückten die Einsatzkräfte von Freitag bis Sonntag aus, in zwei Fällen stand es sogar „Spitz auf Knopf“, wie der stellvertretende Kommandant Thomas Müller erklärt.

Am Freitagnachmittag wurde die Feuerwehr zunächst an die Walserstraße gerufen. Dort war eine 41-jährige Penzbergerin mit ihrem VW-Bus unterwegs, als sie plötzlich bemerkte, wie Qualm aus dem Motorraum nach außen drang. Kurz darauf geriet der Wagen dann in Brand. Die Frau versuchte laut Polizei mit einem Feuerlöscher noch den Brand zu löschen, dies gelang ihr aber nicht, ebensowenig wie einem 69 Jahre alten Mann, der zu Hilfe geeilt war, mit seinem Feuerlöscher aber nichts mehr ausrichten konnte. Geistesgegenwärtig konnte aber der Sohn der VW-Bus-Fahrerin, ein junges Mitglied der Feuerwehr, durch sein beherztes Eingreifen eine noch schnellere Ausweitung des Brandes unterbinden: Er entfernte einen Reservekanister mit Benzin aus dem Fahrzeug. So kam die alarmierte Feuerwehr jedenfalls rechtzeitig, um ein Übergreifen des Feuers auf eine nahe gelegene Garage zu verhindern. „Und da stand es Spitz auf Knopf“, so Müller. „Denn Bretter des Garagendaches waren bereits angesengt.“ Die 25 Einsatzkräfte, die mit fünf Fahrzeugen angerückt waren, hatten den Vollbrand schnell unter Kontrolle, wenngleich das Fahrzeug nicht mehr zu retten war: es brannte vollkommen aus. Die Feuerwehr kümmerte sich anschließend um das ausgelaufene Öl und die Reinigung der Fahrbahn. Nach zwei Stunden war der Einsatz beendet. 

Das Unwetter des Freitagabends hielt die Floriansjünger aber weiter auf Trab. Zunächst ging es nur darum, dass einige Brandmeldeanlagen durch das Gewitter ausgelöst worden waren, um 17.43 Uhr wurde es dann aber ernst, als in der Straße „Am Isabellenschacht“ ein Dachstuhl brannte. Schon beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen Flammen aus dem Dachgiebel. Umgehend konnten die anwesenden Bewohner des Hauses – ein 23-Jähriger sowie dessen Großeltern, zudem zwei Hunde – gerettet werden. Weitere Mitglieder der Feuerwehr begannen mit dem Ablöschen des von einem Blitz entfachten Brandes. Von der Drehleiter aus wurde schließlich die Dacheindeckung abgenommen und der Brandherd lokalisiert und gelöscht. Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass der Schaden letztlich überschaubar blieb und von der Polizei auf rund 15.000 Euro beziffert wird. Doch auch hier war es knapp, denn schnell hätte sich das Feuer komplett auf das Holzhaus ausdehnen können. So begrenzte sich der Brand flächenmäßig auf acht bis zehn Quadratmeter. 

Später musste die Feuerwehr dann noch mehrere Unwettereinsätze abarbeiten: Keller standen ebenso unter Wasser wie vereinzelt Fahrbahnen und Tiefgaragen. Die Tiefgarage an der Gustavstraße musste sogar gesperrt werden. 

Regengüsse ließen die Feuerwehr auch tags darauf ausrücken. Am Samstagabend eilte sie zur Freiheit,wo Schlammwasser in einen Keller floss. Baustellenbedingt funktinonierte der dortige Gulli nicht, das Wasser suchte sich deshalb einen Weg – in ein Gebäude. Auch die Tiefgarage an der Sigmundstraße lief abermals voll. Und ein letzter Alarm führte die Feuerwehr am Sonntag auf die Garmischer Autobahn, die nach einem Unfall komplett gesperrt wurde. Doch nachdem der Unfallwagen die weiteren Fahrspuren nicht behinderte, konnten die Penzberger wieder abrücken. 

Vizekommandant Thomas Müller zeigte sich jedenfalls zufrieden: „Alle Einsätze sind gut abgearbeitet worden“, sagte er und verwies auf eine eindrucksvolle Statistik: „Am vergangenen Wochenende haben wir die 100er-Marke an Einsätzen in diesem Jahr geknackt.“ arr

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