Alter Brunnen soll weg

Am Oberjägerweg in Benediktbeuern plätschert jetzt Trinkwasser

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Kaum als Brunnen zu erkennen und kein schöner Anblick: Der ausgehöhlte Baumstamm wird jetzt erst mit Trinkwasser gespeist, bald aber soll er ganz weichen.

Benediktbeuern – Einig war man sich jüngst im Benediktbeurer Gemeinderat darüber, dass der bisherige Brunnen am Oberjägerweg in einem erbärmlichen Zustand sei. Ob das erfrischende Nass an dem beliebten Rad- und Spazierweg künftig aus dem natürlichen Bach oder aus Trinkwasserleitungen gespeist werden soll, darüber waren die Mitglieder des Gremiums aber geteilter Meinung. Die Mehrheit stimmte letztlich dem Anschluss ans Trinkwassernetz zu. Dank eines Sponsors könnte ein ansehnlicher Steinbrunnen die Stelle mit der Aussichtsbank bald auch optisch aufwerten.

Der Platz auf der angrenzenden Wiese am Oberjägerweg ist wahrlich keine Augenweide. Nicht nur das Brunnengehäuse bietet kein schönes Bild, auch der Brunnen hat seinen Namen nicht immer verdient. Einen hohen Wasserstand gibt es nur, wenn auch der Bach entsprechend viel Wasser führt. In Trockenzeiten herrscht aber oftmals Ebbe, und der Brunnen wird schnell zum Mülleimer rastender Radfahrer und Wanderer. 

Bürgermeister Anton Ortlieb wollte von seinen Gemeinderäten nun wissen, ob eine Gemeinde in Zeiten, in denen Trinkwasser ein hohes Gut ist, einen Brunnen an die Trinkwasserversorgung anschließen kann. Hanns Frank Seller (CSU) jedenfalls sah den Brunnen als schöne Rastmöglichkeit entlang eines beliebten Rad- und Spazierweges und plädierte für eine Versorgung mit Trinkwasser. Damit die Gemeinde auf der sicheren Seite ist, trugen Seller sowie Rudi Mühlhans (FBM) Haftungsbedenken vor und regten an, per Schild darauf hinzuweisen, dass es sich eben nicht um Trinkwasser handele und der Verzehr auf eigenes Risiko erfolge. 

Weniger begeistert zeigte sich Clemens Hammerl (CSU), denn es kämen schnell Wassermengen von 20 bis 30 Kubikmeter zusammen, zudem müsse das Wasser auch hochgepumpt werden. „Schön wär’s schon“, fand hingegen sein Fraktionskollege Anton Lugauer. Diese Meinung teilte die Mehrheit der Gemeinderäte, weshalb der Anschluss an das Trinkwassernetz beschlossen wurde. 

Das Dorf schön halten will auch ein nicht namentlich genannter Benediktbeurer, der sich als Sponsor an einem neuen Brunnen beteiligen will. Laut Ortlieb schwebt dem Wohltäter ein Steinbrunnen vor. Vielleicht mausert sich der Platz mit Bank, Baum und Brunnen dann zu einem Lieblingsort in Benediktbeuern. cw

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