Kitzliges Thema

Warum Habach keine fliegenden Schläuche will

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Für Habachs Bürgermeister Michael Strobl ist der Notverbund mit Penzberg eine heikle Angelegenheit.

Habach – Es ist ein Thema, dass sich auf der Tagesordnung des Gemeinderats Habach festgebissen hat wie ein Hund im Wadl eines Postboten. Abermals beschäftigte sich das Gremium mit den Maßnahmen zur Brunnenregeneration für die Wasserversorgung in der Gemeinde. Denn wenn die Pumpen erneuert und der Putz auf Vordermanna gebracht werden, dann steht während der Baumaßnahme weniger Wasser dem Dorf zur Verfügung.

 Die Maßnahmen werden rund 17.000 Euro kosten, das machte Bürgermeister Michael Strobl in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats klar. Zwar habe man bei drei Ingenieursbüros angefragt, als es um die Vergabe des Auftrages ging, doch zwei davon „haben keine Kapazitäten frei“, bedauerte Strobl das dezimierte Angebot. Doch weniger das Geld dürfte ein Problem darstellen als vielmehr die Wasserversorgung in der Zeit, in der die Maßnahme durchgeführt wird. „Wir müssen uns noch einen Notverbund mit Penzberg schaffen“, sagt Strobl. Dort gebe es zur Überbrückung sogenannte fliegende Schläuche. Eine feste Verbindung wäre natürlich besser. „Penzberg hat uns schon mal gesagt, dass man diese schaffen könnte“, berichtet Strobl den Gemeinderäten. „Aber das haben wir abgelehnt“, so der Rathauschef. Der Grund: Die Kosten von um die 26.000 Euro hätte Habach tragen müssen. 

Michael Aigner wollte da wissen, „wieso das mit den fliegenden Schläuchen nicht funktioniert“. An sich wäre es kein Problem, die Wasserversorgung für kurze Zeit über ein solches System zu gewährleisten, doch „wir bräuchten die Versorgung mindestens eine Woche“, so Strobl, für den der Notverbund mit Penzberg ein „kitzliges Thema“ ist, da man diesbezüglich „schon immer im Clinch“ sei. Michael Leiß dagegen schlug vor, dass sich die Gemeinde und die Stadt einfach die Kosten für eine feste Verbindung teilen. „Irgendwas müssen wir da ja schaffen für die Sicherheit“, befand der Gemeinderat. Dessen ist sich auch Strobl bewusst, der jedoch seinen Blick in die nähere Umgebung wandte, denn Antdorf baue ja gerade einen Hochbehälter. Und auch an Sindelsdorf, das „gerne mit uns in einem Verbund wäre“, dachte der Rathauschef. Da ein Verbund aber in der Regel zwischen Gemeinden geschlossen werden sollte, die zwei Gewinnungsbereiche darstellen, würde man in einem Zusammenschluss mit Antdorf wohl einen Zuschuss erhalten, in einem Verbund mit Sindelsdorf dagegen nicht. ra

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