Gerahmte Rarität

Gemälde von Fritz Bleyl im Buchheim Museum

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Leiht dem Buchheim Museum ein besonderes Werk: Edda Bleyl (links) mit Sammlungsleiterin Rajka Knipper.

Bernried – Grün und Blau, das war es dann auch erst einmal. Auf den ersten Blick drücken sich zwei Farbblöcke dem Betrachter des Gemäldes entgegen, das nun im Buchheim Museum der Phantasie ausgestellt wird. Doch das Werk von Fritz Bleyl ist etwas ganz Besonderes und lässt daher nicht ohne Grund Museumssprecherin Sabine Bergmann frohlocken.

In diesem Jahr hätte Fritz Bleyl seinen 140. Geburtstag gefeiert. Ein Fest, das der Künstler, der vor über 50 Jahren in Bad Iburg verstarb, freilich nicht mehr miterleben kann. Dennoch wird sein Ehrentag im Buchheim Museum zelebriert, und das über mehrere Wochen. Denn bis zum 18. Oktober ist ein besonderes Gemälde des expressionistischen Künstlers aus Zwickau zu sehen. 

Bei dem Bild handelt es sich um eine Leihgabe von Enkelin Edda Bleyl. „Das Gemälde war noch nie öffentlich ausgestellt“, so Museumssprecherin Sabine Bergmann. Ganze fünf Jahre stellt Edda Bleyl das Werk dem Kunsthaus am Starnberger See zur Verfügung. Ihr Großvater Fritz Bleyl ist einer der vier Gründer der Künstlervereinigung „Brücke“, doch bereits nach zwei Jahren trennte sich der gebürtige Zwickauer von der Gruppe. Er wollte kein Künstlerleben führen, das von Unstetigkeit und Ungewissheit geprägt ist, stattdessen wählte er „ein geregeltes bürgerliches Leben“, so Bergmann. Der Weg, den er einschlug, bedeutete jedoch keineswegs eine Abkehr von der Kunst. Bleyl entschied sich für einen künstlerischen Lehrberuf und promovierte bei Cornelius Gurlitt in Dresden. In seiner Freizeit nahm er Papier, Stift und Pinsel in die Hand, vor allem auf Reisen fand er Muse zum Malen. Gemälde sind jedoch nur wenige entstanden, „und eines davon hängt nun bei uns“, ist Bergmann aus dem Häuschen. 

Da macht es wohl auch nichts, dass das auf dem Gemälde Dargestellte nichts Weltbewegendes ist, „es ist eine Ansicht von Oberstdorf, was jeder sofort erkennt, der je im Oberallgäu gewesen ist“, sagt die Museumssprecherin. Ein Motiv, das wenig überrascht, führte eine Reise im Herbst 1924 Fritz Bleyl doch in diese Gegend. Die Alpenlandschaft war es schließlich, die den Zeichenlehrer, Studien- und Baurat nicht nur zu diesem Gemälde, sondern auch zu mehreren Aquarellen und Zeichnungen inspirierte. 

Bergmann gerät beim Anblick des Gemäldes regelrecht ins Schwärmen. „Den leuchtenden Farben von Wiese und Himmel, dem Kontrast aus Ebene und Hochgebirge konnte er offensichtlich nicht widerstehen“, sagt sie und versucht dabei durch die Augen Bleyls zu blicken. „Auch als Studien- und Baurat fühlte er sich offensichtlich noch immer seinen künstlerischen Anfängen im Kreis von ‚Brücke‘ verbunden“, meint Bergmann. 

Das kontrastreiche Werk fügt sich nun harmonisch in die Sammlungen Buchheim und Gerlinger im Expressionistensaal, wo noch bis zum 18. Oktober die Gemälde der Brücke-Künstler den Werken Max Beckmanns gegenübergestellt werden. „Damit werden zwei Sammlungsschwerpunkte der Bestände in neuen Kombinationen präsentiert“, sagt Bergmann, wenn sie in den Expressionistensaal blickt, in dem nicht nur das neue Gemälde, sondern auch die neu gehängte Präsentationsform einige Überraschungen fürs Auge bereit halten dürfte. ra

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