Soziales Projekt 

Bürgerbus in Iffeldorf rollt an 

Iffeldorf - Der neue Bürgerbus in Iffeldorf steht vor seinem Start. Hinter dem Projekt steht die Nachbarschaftshilfe. 

Der Applaus war Ria Markowski im jüngsten Iffeldorfer Gemeinderat gewiss. Die PWG-Gemeinderätin hatte gerade ihren Kollegen eine gute Nachricht verkündet: Der neue Bürgerbus der örtlichen Nachbarschaftshilfe (NBH) werde nun ausgeliefert, verkündet Markowski, die auch Vorsitzende der sozialen Einrichtung ist. 

ÖPNV unterstützen

Die Idee zum Bürgerbus war bereits vor Jahren bei der Nachbarschaftshilfe entstanden. „Wir wollen den öffentlichen Personennahverkehr unterstützen“, erklärt Markwoski gegenüber der Rundschau die Beweggründe. In Iffeldorf sei man, was die Busverbindungen anbelangt, „schon ein bisserl abgehängt“. Gerade für ältere Mitbewohner sei dies ein Problem. Außerdem steht der NBH-Verein, der 2013 als Nachfolger des Arbeitskreises „Älter werden“ aus der Taufe gehoben worden war, finanziell solide da und es gab Spielraum für eine Anschaffung. „Wir haben sieben Jahre gut gewirtschaftet“, erklärt die Vorsitzende. Harte Arbeit, viele Helfer und diverse Aktionen brachten Geld in die Kasse des rund 300 Mitglieder zählenden Vereins. Geld, dass ja auch gemeinnützig angelegt werden soll und muss. 

Ohne staatlichen Zuschuss

Vor zwei Jahren wurde es konkret mit dem Vorhaben. Die NBH wollte eigentlich über ein bayerisches Förderprogramm an staatliche Töpfe. Um die 30.000 Euro standen als Finanzspritze im Raum. Doch die Auflagen waren letztendlich „zu hoch“, so Markowski. Starre Fahrpläne und feste Haltestellen als Ersatz für den ÖPNV waren nicht zu stemmen, sagt sie. Also legten die Iffeldorfer eine Kehrtwende hin und beschlossen: „Wir machen es selbst.“ Das fiel insofern nicht allzu schwer, weil die Kommune schon bald über den Gemeinderat einen Zuschuss von 20.000 Euro zugesagt hatte. Bestellt wurde ein Mercedes Sprinter. Mit neun Sitzen und Rollstuhlrampe. Kostenpunkt: um die 51.000 Euro. Der Verein trägt 30.000 Euro selbst. Die Auslieferung steht nun vor der Tür. Geplant ist eine Segung des Fahrzeuges durch Iffeldorfs Pfarrrer Gabriel Haf. Im Oktober soll der Bürgerbus seinen Betrieb aufnehmen.

Fahrt nach Penzberg

Ein erstes Programm gibt es bereits für die Neuanschaffung. Laut Markowski soll der Bus einmal die Woche nach Penzberg (zum Beispiel zum Einkaufen oder für Arztbesuche) fahren, monatlich gibt es einen Ausflug und Zeit für flexible Fahrten. Zielgruppe sind nicht nur Senioren, betont die Vorsitzende. Auch Vereinen könne man das Fahrzeug zur Verfügung stellen. Allerdings wird das Gefährt nicht vermietet, macht die NBH-Chefin klar. „Wir stellen ihn der Bevölkerung zur Verfügung.“

Andreas Baar

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