Corona-Fall an der Mittelschule

Lehrkraft erkrankt, aber keine Gefahr für Schüler / Landkreis-Krisenstab beendet Arbeit

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Corona-Bilanz: Die Grafik verdeutlicht, in welchen Städten und Gemeinden des Landkreises es seit dem 5. März wie viele Infektionen gab. Der letzte Fall in Penzberg betrifft eine Lehrkraft der Mittelschule, deren Rektorin Bärbel Abenthum-Brandt sehr froh ist, dass der Unterricht mit nur wenigen Ausnahmen planmäßig fortgeführt werden kann.

Penzberg – In Penzberg hatten sich bis Montag 37 Menschen mit dem Covid-19-Virus infiziert. Im gesamten Landkreis Weilheim-Schongau sind seit 5. März 355 Corona-Fälle bekannt geworden. Diese Zahlen gab das Landratsamt nach der vorläufige letzten Tagung des Corona-Krisenstabs bekannt, der jetzt seine Arbeit eingestellt hat, nachdem der von Staatsregierung ausgerufene Katastrophenfall nun beendet wurde. Der letzte Penzberger Corona-Fall wurde am Freitag bekannt: eine Lehrkraft der Mittelschule hat sich infiziert. Nach ersten Erkenntnissen sind aber weder Schüler noch Lehrerkollegen von der erkrankten Person angesteckt worden.

Bereits am Freitagmittag hatte das Weilheimer Gesundheitsamt erklärt: „Die erkrankte Person hatte keinen Risikokontakt zu Schülern“, so Paul Kriner, der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes. Da die Schüler zu keiner Zeit der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt gewesen seien, „kann auch der Schulbetrieb ganz normal weiterlaufen“, sagt Kriner. Auch die Abschlussprüfungen könnten wie geplant durchgeführt werden. Allerdings habe man einige Kollegen der positiv getesteten Person vorsichtshalber in häusliche Quarantäne geschickt. Mittlerweile liegen die Testergebnisse für diesen Kreis von Lehrern vor: „Alle Ergebnisse waren negativ, keiner hat sich mit dem Virus infiziert“, betont Kriner. Und weil man diejenigen Lehrer, die jetzt in Quarantäne sind, umgehend ermittelt hat, habe ausgeschlossen werden können, dass sie noch mit Schülern in Kontakt gekommen sind. Deshalb habe auch die Schule nicht geschlossen werden müssen.

„Die Lehrkraft, bei der am vergangenen Donnerstag eine Covid-19-Erkrankung bekannt wurde, war letztmalig am Vormittag des 15. Juni kurzzeitig zusammen mit Kollegen in einem Besprechungsraum an unserer Schule“, so Rektorin Bärbel Abenthum-Brandt. Am Donnerstag gegen Mittag habe ihr die Lehrkraft dann mitgeteilt, dass sie positiv auf Covid-19 getestet wurde. „Wir haben umgehend das Gesundheitsamt und das Schulamt informiert. Das Gesundheitsamt veranlasste als zuständige Behörde alle weiteren notwendigen Maßnahmen“, so Abenthum-Brandt. Für jene Lehrer sowie einige externe Abschlussschüler, die mit der betreffenden Lehrkraft in Kontakt waren, sei eine 14-tägige Quarantäne angeordnet worden. „Die Eltern der betroffenen Abschlussklassen wurden umgehend am Donnerstag nach Schulschluss von den Klassenleitungen per E-Mail informiert. Die betreffenden Klassen bereiten sich im Rahmen von ‚Lernen zuhause‘ auf die Abschlussprüfungen vor, die termingerecht durchgeführt werden sollen“, erklärt die Rektorin. Am Freitagvormittag habe man dann auch die Stadt als Trägerin der Schule informiert, was im Rathaus aber für etwas Verwunderung gesorgt hatte, weil Bürgermeister Stefan Korpan bereits am Abend zuvor vom Gelben Blatt über den Corona-Fall informiert worden war. Ungeachtet dessen weist Abenthum-Brandt auch darauf hin, dass an der Mittelschule „alle notwendigen Hygienemaßnahmen umgesetzt werden“. Dies bedeutet unter anderem, dass die Räume im Augenblick täglich, mit Desinfektionsmittel gereinigt werden. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es an Mittelschule in Penzberg nach dem sofortigen und richtigen Handeln aller Beteiligten zu weiteren Covid-19-Infektionen kommt“, resümierte Paul Kriner vom Gesundheitsamt am Montagnachmittag. 

Da war er gerade aus der letzten Sitzung des Corona-Krisenstabs im Landratsamt gekommen. Nachdem die Staatsregierung den Mitte März ausgerufenen Katastrophenfall am 17. Juni für beendet erklärt hatte, ist der Krisenstab vorerst überflüssig geworden. Die Mitglieder des Krisenstabs werden aber auch weiterhin über den aktuellen Stand auf dem Laufenden gehalten, „damit die Gruppe jederzeit, bei einer möglichen zweiten Welle, wieder einberufen werden kann“, wie das Landratsamt mitteilt. Nach Informationen des Gesundheitsamtes waren seit Anfang März im gesamten Landkreis insgesamt 355 Personen am Coronavirus erkrankt. „Mittlerweile sind alle Betroffenen bis auf sieben wieder genesen“, bilanziert Paul Kriner. Und das bedeutet, dass es im gesamten Landkreis zur Zeit nur sieben erkrankte Personen (darunter die Lehrkraft der Mittelschule) gibt, die sich alle in häuslicher Quarantäne befinden. 

„Solange es keinen Impfstoff und kein Medikament gegen Corona gibt, ist Vorsicht die einzige Medizin. Ich bitte darum, nicht durch Leichtsinn Sicherheit zu verspielen“, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß und appelliert an die Menschen, auf den gebotenen Abstand zu achten und die Hygienevorschriften einzuhalten. „Die Zahlen sind stabil, Corona ist aber nicht vorbei und eine zweite Welle jederzeit möglich“, so Jochner-Weiß. la

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