Andreas Vetter fordert Elke Zehetner heraus und setzt dabei auf die SPD-Werte

Der Dafürkandidat

Will die Menschen wieder zusammenführen: Andreas Vetter.

Penzberg – Beim Neujahrsempfang der SPD in der Stadthalle hielt er sich dezent im Hintergrund, angesprochen wurde er jedoch von vielen: Andreas Vetter, der „Bürgermeisterkandidat-Kandidat“, wie er sich selbst nennt.

Der 40-jährige Rechtsanwalt hatte keine 48 Stunden vorher bekannt gegeben, dass er Elke Zehetner bei der für Ende Februar geplanten Nominierungsversammlung der Sozialdemokraten herausfordern werde. „Ich bin überwältigt, wie positiv die Reaktionen auf meinen Schritt ausgefallen sind“, sagt Vetter. 

Dass er sich zu diesem Schritt entschlossen hat, führt Vetter auf die Krise der SPD in Bayern zurück: „Nach dem Ergebnis der letzten Landtagswahl war ich geschockt.“ Dass sich seine Partei, der er seit 2001 angehört, jetzt erneuern will, findet er gut und sagt: „Ich will ein Teil davon sein und diesen Prozess in meiner Stadt begleiten.“ Vetter räumt aber auch ein, dass in Penzberg „nicht alles so in Ordnung ist“, was ihn erst nachdenklich gestimmt und dann zum Handeln bewogen habe. An Silvester informierte er den SPD-Ortsvorsitzenden Bayram Yerli darüber, dass er der nächste Bürgermeisterkandidat der SPD werden solle. In seiner Kanzlei nimmt er deshalb bis zur Nominierungsversammlung keine neuen Mandanten an. „Ich werde mich bis dahin voll auf meine Bewerbung konzentrieren“, erklärt Vetter, der im Jahr 2002 schon einmal für die Penzber­ger SPD auf der Stadtratsliste kandidiert hatte. 

Dass er nun Elke Zehetner intern herausfordert, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, denn die Bürgermeisterin ist trotz ihrer vor der Wahl 2014 gegebenen Zusicherung bis heute nicht der SPD beigetreten. Vetter sieht sich selbst jedoch nicht als Gegenkandidat, sondern als „Dafürkandidat, der die Werte der SPD hochhält“. In diesem Sinne will er auch für Mitgliedschaften in der Partei werben, um dem Ortsverein „neues Leben einzuhauchen“ und die Penzberger zum Mitmachen zu bewegen. Im Übrigen sei seine Bewerbung ein „rein demokratischer Prozess“. Vetter will nicht den Eindruck erwecken, als gehe er auf Konfrontationskurs gegen Zehetner, „weil ich persönlich gegen sie als Bürgermeisterin überhaupt nichts habe“. 

Aber in der jüngeren Vergangenheit habe es dann doch zumindest einen Vorfall gegeben, der Vetter „maßlos aufgestoßen“ ist: die fristlose Kündigung des stellvertretenden Wellenbad-Leiters Alexander Gnadl wegen dessen Interviews im Gelben Blatt. „Nicht nur als Jurist, sondern vor allem auch als Sozialdemokrat muss ich die Interessen der Arbeitnehmer vertreten“, sagt Vetter und meint damit wohl, dass dies im Fall Gnadl im Rathaus wohl nicht der Fall gewesen sei. Darüber hinaus wertet er die augenblickliche Zersplitterung des Stadtrates und dessen Dauerfehden als „Alarmsignal“ und erklärt: „Ich möchte die Menschen wieder zusammenführen und ihre Interessen vertreten, weil erfolgreiche Kommunalpolitik nur so funktionieren kann.“ la

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