Fleißig gespickt

Seniorenbeirat will älteren Penzbergern Bildung und Begegnung ermöglichen

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Herbert Preuß (Mitte) stellte zwei arbeitsintensive Projekte im Seniorenbeirat vor, Bürgermeister Stefan Korpan (links) und Siegfried Höfler (rechts), Vorsitzender des Gremiums, hörten genau hin.

Penzberg – Als Herbert Preuß von seinem Stuhl aufstand und nach vorne schritt, dorthin, wo ihn das gesamte Gremium gut sehen konnte, wusste er wohl, dass er den Platz eine Zeitlang besetzen wird. In der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats präsentierte Preuß zwei Projekte, welche dem Gremium viel Zeit und Mühen kosten werden. Zum einen soll ein Mehrgenerationenhaus nach Penzberg kommen, das sich klar vom dem Projekt der MARO unterscheidet, und zum anderen möchte Preuß die Computersenioren ins Leben rufen. Zwei Projekte, für welche der Beirat schon ordentlich bei anderen Gemeinden und Städten gespickt hat.

Die ältere Generation an Digitales in Computerseminaren heranzuführen, ist keine Innovation, das weiß auch Herbert Preuß. An den Volkshochschulen etwa werden schon seit längerem Senioren im Umgang mit Laptop, Tablet und Smartphone geschult. Und dennoch sitzt Preuß nun vor dem Seniorenbeirat und stellt sein Projekt vor, worüber sich vor allem Siegfried Höfler, der Vorsitzende des Gremiums freut, denn nicht jeder Senior „kann sich schließlich einen Vhs-Kurs leisten“, sagt er. Abgesehen davon verfolgen die Workshops an den Volkshochschulen andere Ziele, ergänzt Preuß, dort gehe es meistens darum, ein bestimmtes Niveau zu erreichen. 

Nicht so bei den Computersenioren. Dabei soll es sich um eine dauerhafte Anlaufstelle für älteren Semester handeln, die sich rund um Computer, Tablet und Smartphone austauschen und bei Schwierigkeiten gegenseitig helfen, die aber auch von Seiten ehrenamtlicher IT-Spezia­listen theoretische und praktische Unterstützung erhalten. Um solche Treffen aber überhaupt realisieren zu können, braucht es geeignete Räume und „versierte Helfer auf Ehrenamtsbasis“, sagt Preuß, der sich bereits in der näheren Umgebung umgeschaut hat, um herauszufinden, wo ein solches Projekt bereits erfolgreich durchgeführt wird. So gibt es etwa einen Senioren Computer Club in Weilheim, digitale Themen-Workshops und Sprechstunden im Murnauer Mehrgenerationenhaus oder auch Technikabende und Fragestunden zu den neuen Medien im Seniorentreff Starnberg. Im Mehrgenerationenhaus in Bad Tölz finden sogar wöchentliche Treffen statt, an einem hat Preuß bereits teilgenommen und Erfahrungen gesammelt. Eine Aufgabe, die künftig der Projektgruppe obliegen soll, die der Seniorenbeirat nach Preuß‘ Vortrag beschließt. Zum Team gehören neben Initiator Preuß auch Michael Eckstein, Hans-Werner Neumann und Siegfried Höfler, als Schriftführerin fungiert Renate Mair. Die Projektgruppe möchte sich nun etwa auf die Suche nach Helfern, aber auch nach einem Träger begeben. Schließlich braucht es jemanden, der die Einrichtung unter Versicherungsschutz stellt und das Organisatorische erledigt. „Wir können das nicht selber tragen“, betont Preuß, denn der Seniorenbeirat soll vielmehr „Initiator, Unterstützer und Kümmerer sein, bis die Einrichtung etabliert ist“. 

Auch nach einem geeigneten Raum muss die Projektgruppe nun Ausschau halten, schließlich sollen sich die Computersenioren an einem festen Standort treffen können, so Preuß. Im Familienzentrum Arche Noah, weiß Preuß, könnte unter Umständen ein Raum zur Verfügung stehen, der ohnehin für ein derartiges Projekt vorgesehen sei. 

Noch mehr Platz braucht dagegen das zweite Projekt, das Preuß gleich im Anschluss vorstellt: ein Mehrgenerationenhaus. Dieses soll nicht so gestaltet werden wie das Haus der MARO und somit „kein Wohnkomplex für gemeinschaftliche Zusammenkünfte“ werden, betont Preuß. Vielmehr wünscht sich der Beirat eine Begegnungsstätte für Menschen aus verschiedenen Generationen. Begegnungsstätten dieser Art gibt es in der Umgebung einige, wie Preuß bei seinen Recherchen zu den Computerworkshops für Senioren bereits festgestellt hat. Räume, so glaubt Preuß, könnten in Penz­berg dafür sicherlich geschaffen werden, etwa in der alten Bücherei oder in den Räumen, die verlassen dastehen, sobald das neue Blaulichtzentrum gebaut und bezogen ist. „Förderungen für ein solches Projekt wären ja da, aber die Kommunen rufen sie nicht ab“, sagt da Höfler. Vielleicht wird Penzberg da ja schon bald vorstellig, denn die Idee stößt nicht nur im Gremium, sondern auch bei Bürgermeister Stefan Korpan auf Wohlgefallen. 

Der Seniorenbeirat votiert schließlich einstimmig, zum einen eine Projektgruppe mit Hilde Kurz, Ursula Schreier, Brigitte Gerlach und Renate Mair zu bilden und zum anderen, diese damit zu betrauen, einen Antrag an die Stadt zu verfassen, damit sich Penzberg um die Verwirklichung eines Mehrgenerationenhauses bemüht. ra

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