An der Seeshaupter Straße

Corona-Aktion in Penzberg: Kritik an Spaltung der Gesellschaft

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Birgit Neumark, Organisatorin der Versammlung, war die erste Schildträgerin in der 500-Meter-Reihe.
  • Max Müller
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Penzberg – 20 Teilnehmer machten bei einer Versammlung an der Seeshaupter Straße auf die gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam.

Welche Bedürfnisse hast du? Eine Frage, die einen hohen Stellenwert für Birgit Neumark hat – vor allem in einer schwierigen Zeit wie dieser. Die 61-jährige Sindelsdorferin arbeitet als Coach für gewaltfreie Kommunikation und organisierte am Dienstag (2. März) eine Open-Air-Versammlung an der Seeshaupter Straße.

20 Teilnehmer hielten ab 17 Uhr selbstgemachte Schilder mit Aufschriften wie „Ich brauche Empathie“ und „Welche Bedürfnisse hast du?“ in die Luft. Der Zuspruch der vorbeifahrenden Autofahrer zeigte sich durch Jubelgesten, Zurufe und lautes Hupen – einige Insassen zückten sogar die Smartphones und filmten die knapp 500 Meter lange Schilderreihe aus ihren Wagen heraus.

Polizei zufrieden

Auch die Polizei war bei der angemeldeten Versammlung vor Ort. Susanne Kettl, Vize-Chefin der Polizei Penzberg, lobte die Organisation der Veranstaltung: „Es lief alles glatt. Die Beteiligten haben sich an alle Vorgaben gehalten.“

Schilder gegen Spaltung

Die Versammelten um Initiatorin Neumark wollten mit der Aktion auf die Spaltung der Gesellschaft durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen. „Es gibt eben Leute, die pro Corona-Richtlinien sind und Leute, die contra der aktuellen Corona-Richtlinien sind,“ erklärte Neumark auf Rundschau-Nachfrage. Man solle in diesem Kontext lieber miteinander reden als übereinander, „da jeder eine eigene Meinung in einer Demokratie haben dürfe“, so die 61-Jährige. „Freundschaften und Familien gehen an der aktuellen Situation zu Grunde“, beschreibt Neumark die polarisierende Thematik der Corona-Richtlinien in Bayern.

Ein weiteres Problem sieht die Sindelsdorferin in einer ihrer Meinung nach stereotypen Kommunikation, die durch die Pandemie gefördert worden sei: „Man bekommt schnell einen Stempel aufgedrückt. Ich wurde auf Corona-Demonstrationen schon als Nazi bezeichnet. Das tut mir als Person mit jüdischen Wurzel schon weh.“ Anfeindungen bekam man in Penzberg nicht zu hören – es blieb laut Polizei friedlich. Max Müller

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