Neuntklässler positiv getestet: 25 Schüler, Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter vorerst in Quarantäne

Corona-Fall am Gymnasium

Jetzt hat auch das Gymnasium einen Corona-Fall: Direktor Bernhard Kerscher war deshalb als Krisenmanager gefragt.

Penzberg – Seit am Dienstagnachmittag bekannt wurde, dass ein Schüler des Penzberger Gymnasiums positiv auf Corona getestet wurde, herrscht an der Schule, aber auch darüber hinaus große Unruhe. Auch wenn viele Schüler keinen Kontakt mit dem Neuntklässler hatten, entschieden sich deren Eltern doch dafür, ihre Kinder vorsichtshalber zuhause zu lassen. Deshalb herrschte bei den Allgemeinmedizinern der Stadt reges Gedränge, weil viele die in Bayern seit wenigen Tagen bestehende Gelegenheit, sich auch ohne Symptome auf Covid-19 testen lassen zu können, genutzt haben. Derweil muss sich Bernhard Kerscher, der Direktor des Gymnasiums, wenige Tage vor Beginn seines Ruhestands noch einmal als Krisenmanager betätigen.

Bereits Ende letzter Woche war bekannt geworden, dass sich ein Familienvater aus Penzberg mit dem Virus infiziert hat. Aus dessen direktem familiären Umfeld wurden inzwischen fünf weitere Personen positiv getestet, darunter auch der Schüler, der am Dienstagnachmittag Direktor Kerscher persönlich per Telefon informierte. „Alle Erkrankten sowie alle relevanten Kontaktpersonen wurden vom Gesundheitsamt ermittelt, getestet und in Quarantäne geschickt“, heißt es dazu aus dem Weilheimer Landratsamt. Darüber hinaus errichtete die Gesundheitsbehörde am Mittwochnachmittag auf Drängen von Kerscher im Gymnasium vorübergehend eine Teststation. Dabei wurden 15 Mitschüler sowie zirka 10 Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeiter getestet und bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Quarantäne geschickt. „Es handelt sich dabei um die sogenannte K1-Gruppe, also Personen, die direkt mit dem Corona-Kranken längeren Kontakt hatten“, so Kerscher. Viele weitere Mitarbeiter und Schüler des Gymnasium, die nicht in diese Gruppe fallen, ließen sich in den vergangenen Tagen von ihrem Hausarzt testen. Einige Eltern warfen Kerscher in diesem Zusammenhang ein Versagen als Krisenmanager vor, weil er angeblich das Angebot des Gesundheitsamtes abgelehnt habe, alle Lehrer und Schüler testen zu lassen. „Das ist schlicht und ergreifend gelogen“, sagt Kerscher und verweist darauf, dass er gegenüber dem Gesundheitsamt sogar auf mehr Tests als vorgeschrieben gedrungen habe. Erika Breu, Sprecherin des Weilheimer Landratsamtes, bestätigt diese Sichtweise und sagt über Kerscher: „Der hat alles richtig gemacht.“ Das Gesundheitsamt sei in diesem Fall der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts gefolgt und habe nur die engen Kontaktpersonen des Infizierten getestet. Die ganze Schule zu testen, sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll, so Breu, die aber gleichwohl Verständnis für die Eltern zeigte, „die natürlich wissen möchten, ob sich ihr Kind infiziert hat“. Da der Gymnasiast gemeinsam mit vier Montessori-Schülern als Externer an der Mittelschule die Prüfungen für den Qualifizierenden Hauptschulabschluss absolviert hat, wurden auch an diesen beiden Schulen einige Jugendliche in häusliche Quarantäne geschickt.la

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