Pandemie im Landkreis

Corona-Impfzentrum Peißenberg: 2300 Bürger geimpft - Mobiles Team für Penzberg angedacht

Peißenberg Krankenhaus Corona Impfzentrum Landkreis
+
Das Impfzentrum wurde im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus eingerichtet.

Region – Überlastete Telefon-Hotline und fehlender Impfstoff: Der Start für das Corona-Impfzentrum des Landkreises Weilheim-Schongau im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus verlief holprig. Bis 13. Januar wurden 2300 Bürger gegen das Virus geimpft.

Christoph Wittermann, der ärztliche Leiter des Zentrums, sprach bei einem Pressetermin bezüglich der Zahl an Geimpften von einer „ordentlichen Hausnummer“. Wittermann: „Das ist ein Lichtstreifen am Horizont.“ Und: „Unser Motto lautet: ,Jeder Geimpfte zählt‘. Die Ansteckungsgefahr wird dadurch reduziert, und Geimpfte werden keine Intensivbetten belegen.“ 70 Prozent der Gesamtbevölkerung müssten geimpft werden, so Wittermann, um eine Herdenimmunität gegen COVID-19 zu erreichen. Pro Tag werden derzeit im Peißenberger Zentrum 100 Impfdosen gespritzt, dieselbe Menge wird von mobilen Teams in Alten- und Pflegeheimen verabreicht. Doch der Impfbetrieb ist von den Nachschublieferungen abhängig. „Es ist immer noch nicht so, dass wir den Impfstoff verlässlich bekommen“, bedauert Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU). Ihr wäre es lieber gewesen, wenn aufgrund der vielen „Unwägbarkeiten“ mit dem Impfstart im Landkreis erst Anfang Februar begonnen hätte werden können. Doch das Gesundheitsministerium habe Druck gemacht, so die Landrätin.

Warten auf neuen Impfstoff

Am Freitag, 15. Januar, musste das von den Johannitern betriebene Impfzentrum laut Verwaltungsleiter Christian Achmüller „wieder auf Null zurückfahren“. Erst am Dienstag, 19. Januar, wird die nächste Impfstofflieferung erwartet. Die Termine für die Zweitimpfung seien aber gesichert: „Da braucht keiner Angst haben“, so Achmüller. Zielgruppe für die Impfungen ist aktuell ausschließlich die „Personengruppe 1“, die höchste Priorität besitzt und zu der neben Pflegepersonal unter anderem auch Senioren im Alter über 80 Jahren gehören. Letztere werden im Laufe der nächsten Woche ein Schreiben von der Landrätin erhalten, in dem über das Impfangebot informiert wird. Ein Aufklärungsbogen und eine Einwilligungsbestätigung sind den Unterlagen bereits beigefügt. Eine Impfpflicht – wie es in dem Brief ausdrücklich heißt – besteht „selbstverständlich nicht“. Die Verantwortlichen im Landratsamt und im Impfzentrum bitten darum, trotz des Schreibens mit den Terminabfragen noch zu warten – um die Angelegenheit zu entzerren: „Es sollen nicht alle in den ersten zwei Tagen anrufen“, appelliert die Landrätin an die Geduld der Senioren. Im Landkreis gibt es derzeit rund 9800 Bürger im Alter „Ü 80“. Neben der Hotline, das Call-Center wurde inzwischen personell aufgestockt, ist auch eine Online-Terminvergabe möglich: „Das wäre uns am liebsten. Online ist für alle entspannter“, so Verwaltungsleiter Achmüller. Die „Personengruppe 1“ soll in zehn Wochen durchgeimpft sein.

Biontech-Mittel wird verabreicht

Eine Impfstoff-Auswahl gibt es im Impfzentrum bislang noch nicht. Der aufgrund der Einhaltungspflicht von Kühlketten schwer aufzubewahrende Moderna-Impfstoff wird derzeit primär an Kliniken geliefert. Das Impfzentrum in Peißenberg bekommt gegenwärtig den Biontech-Impfstoff, der zwar eine Schutzrate von 98 Prozent aufweisen soll, aber laut Wittermann logistisch ebenfalls „nicht gut zu händeln“ sei: „Der Impfstoff ist für Hausärzte deshalb nicht geeignet.“ Genau die spielen mittelfristig aber eine wichtige Rolle in der Impfstrategie. Nur über die Arztpraxen, so Wittermann, könne man die Impfungen in die Breite der Bevölkerung tragen. An entsprechenden Impfstoffen werde bereits gearbeitet: „Bis Mitte des Jahres kann da durchaus was kommen“, ist Wittermann optimistisch.

Mobile Teams für Penzberg

Der Vertrag des Landkreises mit den Johannitern für das Peißenberger Impfzentrum läuft vorerst bis Mitte des Jahres. Neben Peißenberg plant der Betreiber, jeweils an zwei Tagen in der Woche Termine mit mobilen Impfteams auch in Penzberg und in Schongau anzubieten. „Dort wird aber nicht im großen Stil geimpft werden können“, relativiert Verwaltungsleiter Christoph Achmüller. Als Standorte sind die jeweiligen Krankenhäuser angedacht. Startschuss für die „Impf-Filialen“ in Penzberg und Schongau soll Anfang Februar sein. „Das haben wir angepeilt. Wir sind mit den Planungen aber erst ganz am Anfang und müssen schauen, ob es funktioniert und praktikabel ist“, so Achmüller. In Penzberg hatten sich zuletzt politische Stimmen gemehrt, in der Stadt ein zweites Impfzentrum einzurichten. Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona in der Region: 57 neue Fälle in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: 57 neue Fälle in Weilheim-Schongau
Penzberg: Corona-Impfzentrum in der Turnhalle
Penzberg: Corona-Impfzentrum in der Turnhalle
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Corona in der Region: Neue Covid-Regeln in Bad Tölz-Wolfratshausen
Corona in der Region: Neue Covid-Regeln in Bad Tölz-Wolfratshausen

Kommentare