Innenstadt-Handel macht mobil

Corona-Lockdown: Penzberger Initiative für „Click & Meet“

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Auch in Penzberg werben Geschäfte für „Click & Meet“.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg - Der Verein Pro Innenstadt Penzberg schlägt Lockdown-Alarm: Unternehmen sollen auch bei Inzidenzwerten über 100 „Click & Meet“ anbieten dürfen.

Pro Innenstadt hat im Namen von 18 Gewerbeverbänden aus dem Oberland einen Brandbrief an die entsprechenden Ministerien des Freistaats verschickt. Der Handel ist angesichts der verschärften Corona-Regelungen schockiert und warnt vor dramatischen Folgen für die Branche. Nach 13 Wochen Zwangsschließung konnten die Geschäfte im Oberland seit Kurzem endlich wieder Kunden in ihrem Läden begrüßen. „Click & Meet“ machte es möglich. „Dies war in unseren Innenstädten auch höchste Zeit, denn bei vielen Unternehmen sind die Rücklagen aufgebraucht“, warnen die Gewerbeverbände in dem Schreiben.

Wichtig für Existenzsicherung

Unterzeichnet haben den Brief Interessensvertretungen von Penzberg über Bad Tölz, Weilheim, Geretsried, Miesbach bis Garmisch. Zudem seien „alle Hoffnungen verflogen“, dass Überbrückungshilfen unbürokratisch und schnell ausgezahlt würden. Auch wenn „Click & Meet“ nur ein Tropfen auf einem „sehr heißen Stein“ sei, ist die Verkaufsmöglichkeit „ein wichtiger Baustein zur Existenzsicherung geworden“, heißt es in dem Schreiben, das von der Penzberger Pro-Innenstadt-Vorsitzenden Monika Uhl und ihrer Mitstreiterin Tatjana Patermann initiiert worden ist. Der Penzberger Verein hatte Ende Februar eine oberlandweite Protestaktion „Wir bluten aus!“ angestoßen. Knapp 30 Innenstadtinitiativen aus ganz Bayern hatten sich der Resolution angeschlossen, die Uhl an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) überreichte.

Videokonferenz zur Innenstadt

Derweil macht Pro Innenstadt in Penzberg mobil: Zusammen mit der Wählergruppe Penzberg Miteinander (PM) lädt man für Donnerstag (25. März) um 19 Uhr interessierte Bürger zu einer Videokonferenz ein. Thema: „Wie geht es weiter mit der Penzberger Innenstadt?“ Den Link kann man auf www.penzberg-miteinander.de anfordern. Zudem hat Pro Innenstadt ein Acht-Punkte-Programm für das Stadtzentrum verfasst – die Liste reicht laut Uhl vom Leeerstandsmanagement über neue Weihnachtbeleuchtung und Digitalisierung bis zum Durchfahrtsverbot für Lkw. Erste Gespräche im Rathaus gab es bereits. „Wir haben sehr viele gemeinsame Interessen festgestellt“, sagt Uhl. Die Videokonferenz soll den Auftakt „für eine breite Beteiligung der Bürger“ bilden, heißt es. PM-Vertreter Markus Bocksberger, auch zweiter Bürgermeister: „Wir möchten schon wissen, wie sich die Penzberger ihre Innenstadt in der Zukunft vorstellen.“

Jetzt drohe ausgerechnet den Handelsunternehmen des nicht alltäglichen Bedarfs, die eh schon die strengen Corona-Auflagen erfüllt hätten, die erneute Schließung, warnen die Branchenvertreter. Pro Innenstadt spricht von einem „willkürlichen Schwellenwert“ von 100 bei der 7-Tage-Inzidenz und kritisiert eine „Fokussierung ausschließlich auf den Inzidenzwert“. Pro Innenstadt fordert im Namen der Branche die Politik auf, „Click & Meet“ auch bei einem Wert über 100 weiter zuzulassen. Außerdem wird „eine Öffnungsperspektive für Gastronomie und andere Branchen“ verlangt, so Uhl. Eines freut sie trotz der angespannten Lage: Die 18 Unterschriften der Gewerbeverbände für die Forderungen gingen in nur vier Stunden ein. „Das Oberland steht zusammen.“

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