Gedämpfte Vorfreude

Mitte September könnte Sportbetrieb unter Auflagen wieder aufgenommen werden

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Ist derzeit so gut wie ungenutzt: Ab Mitte September könnte die Benediktbeu­rer Schulturnhalle aber wieder für den Sport freigegeben werden.

Benediktbeuern – Geschwitzt wurde in der Schulturnhalle von Benediktbeuern zuletzt während der Quali-Abschlussprüfungen der Mittelschüler. Ansonsten herrscht dort seit Monaten kaum dicke Luft, und wenn doch, rührt diese nicht von sportlichen Betätigungen her, sondern allenfalls von der ein oder anderen hitzigen Debatte während der dorthin verlegten Gemeinderatssitzungen. Die Hoffnungen der Vereine, die Halle nach den Sommerferien wieder nutzen zu können, sind groß, versprechen kann Bürgermeister Anton Ortlieb aber nichts, was zum einen an den immensen Hygieneauflagen, zum anderen an der Unberechenbarkeit des Virusgeschehens liegt.

Schon Ende Juni, als Ralph Seifert (FBM) sich in der Gemeinderatssitzung nach der Wiederinbetriebnahme der Turnhalle erkundigt hatte, erteilte Ortlieb dem Wunschgedanken einen Dämpfer. „Wir sind in der Betreiberhaftung“, unterstrich er, was bedeute, dass die Verwaltungsgemeinschaft (VG) „ein massives Thema“ habe, sollte es durch den Hallenbetrieb zu Infektionen kommen. Beauftrage die VG eigens eine Reinigungsfirma, entstünden höhere Kosten, gab er zudem zu bedenken. Inzwischen hat Ortlieb mit den Verantwortlichen der Vereine gesprochen. „Aus heutiger Sicht ist ein Betrieb der Turnhalle ab der zweiten Woche des neuen Schuljahrs wieder möglich“, stellte er dabei fest. Zwingend notwendig seien dafür jedoch ein Hygienekonzept des Betreibers, also der VG, sowie detaillierte Hygienepläne jeder einzelnen Vereinssparte. „Die Auflagen, die sich aus dem Rahmenhygienekonzept Sport des Freistaats Bayern ergeben, sind wahrscheinlich nicht erfüllbar“, stellte Ortlieb ernüchtert fest. Duschen beispielsweise dürften nur geöffnet werden, wenn sie deckengleiche Wände haben, was bauliche Maßnahmen notwendig machen würde. Sich unter die Brause stellen können die Sportler freilich auch zuhause, anders sieht es bei Gerätschaften, Toiletten, Türklinken und dem Luftaustausch aus. 

„Jeder Verein muss einen Hygieneverantwortlichen benennen, der über alles Buch führen muss“, erklärte der Rathauschef. Die Einteilung der Sportler in feste Trainingsgruppen dürfte dabei die leichteste Übung sein. Komplizierter wird es schon bei der Nachweispflicht, wer wann dort trainiert hat, denn die erstreckt sich auch auf die Desinfektion, und hier sind etliche Maßnahmen zu treffen. „Jede Türklinke, jeder Handgriff, jedes Sportgerät muss nach der Benutzung desinfiziert werden“, zählte Ortlieb auf. Zudem müsse zwischen den einzelnen Einheiten eine halbe Stunde Pause eingeplant werden, solange brauche nämlich die Lüftungsanlage für einen kompletten Luftaustausch. 

„Dass das Vereinsleben wieder laufen muss, ist kein Thema“, gab der Bürgermeister zu. Gerade Sparten wie Tischtennis oder Geräteturnen, die nicht einfach ins Freie ausweichen können, litten unter der Zwangspause. Den ehrenamtlichen Trainern müsse aber bewusst sein, dass sie für die ordnungsgemäße Einhaltung der Hygieneauflagen geradestünden, betonte Ortlieb. Von Seiten der Vereine habe er dafür Verständnis gespürt, aber keine Jubelschreie vernommen. Und überhaupt: „Das alles ist nur ins Unreine gesprochen“, betonte er. Zusichern könne er nichts, da man noch überhaupt nicht einschätzen könne, wie sich die Corona-Situation nach den Sommerferien präsentiere. „Momentan haben wir jedenfalls Gütersloh überholt“, stellte Ortlieb mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fest, und klang dabei sehr nachdenklich. cw

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