Absage für Mini-Volksfest

Angst vor Corona: Stadtrat lehnt Konzept von Christian Fahrenschon ab

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Ein Bild aus der Vergangenheit: Festwirt Christian Fahrenschon eröffnet das Penzberger Volksfest, von dem es heuer nicht mal eine abgespeckte Version gibt.

Penzberg – Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben: Festwirt Christian Fahrenschon konnte mit seinem Alternativkonzept zum Volksfest, das Corona zum Opfer fällt, nicht punkten: Der Stadtrat lehnte das Vorhaben ab. Allerdings wurde Fahrenschon signalisiert, dass er ein abgespecktes Konzept vorlegen könne, das am Ende womöglich genehmigt werde.

„So einen Biergarten, den will jeder“, fasste Bürgermeister Stefan Korpan die Vorstellung von Fahrenschons Konzept zusammen. Denn der hätte sein Volksfestzelt ohne Wände aufgestellt – als Dach für einen 1.000 Personen umfassenden Biergarten. Dazu hätte es einen Freizeitpark gegeben, der nochmals 750 Personen bespaßt hätte. Das Veranstaltungsgelände wäre abgesperrt worden, zusätzliche Security-Leute hätten für umfangreiche Kontrollen gesorgt und auf die Einhaltung eines Hygienekonzepts geachtet. „Doch so schwer es fällt“, sagte Korpan, „es ist nicht sinnvoll, das so durchzuführen.“ Der Bürgermeister hatte sich schlau gemacht und herausgefunden, dass Fahrenschon sein Konzept in Bad Aibling zwar erfolgreich umsetzen konnte. „Doch dort nur mit 300 Besuchern im Biergarten“, so Korpan. Und in Vaterstetten, wo dem Festwirt eine Genehmigung zugesagt wurde, „sind es auch nur 400 Besucher, nicht 1.000.“ Das Risiko, dass 1.750 Besucher eine Ausbreitung des Corona-Virus mit sich bringen, ist Korpan zu groß, „zumal das Fest in eine Zeit fallen würde, wo es bereits einige Urlaubsrückkehrer gibt“. 

Jack Eberl (FLP) wollte das aber nicht akzeptieren und pochte auf eine abgespeckte Version des Biergartens. Nähme man nämlich Korpans Argumentation als Maßstab, „müssten wir auch Hannis Eismärchen auf Eis legen“. Korpan zufolge hinkt dieser Vergleich aber, denn die Eismärchen-Partner hätten zugesichert, dass die Stadt auch kurzfristig stornieren könne. Der Bürgermeister sieht einen Kompromiss vielmehr darin, dass Fahrenschon im nächsten Jahr zwei Volksfeste ausrichten könnte: im Frühjahr und im Herbst. 

Christian Abt (CSU) plädierte für das Fahrenschon-Volksfest: „Wir haben Corona, aber das Leben muss auch weitergehen.“ Getreu der Devise „In der Lage leben“ könnte man ja wenigstens zugestehen, dass das Konzept nachgebessert werde. Elke Zehetner (SPD) warnte hingegen strikt vor einer Durchführung des Volksfestes: „Muss das heuer sein?“, fragte sie und wies darauf hin, dass Penzberg ein „sehr kritischer Arbeitsmarkt“ sei. Da könne man einen Corona-Hotspot nicht gebrauchen. Auch wenn das Virus von irgendjemandem aus einem Urlaubs­ort eingeschleppt werde, es „wird immer auf den Hotspot Penzberg zurückfallen“, so Zehetner. Und dass es schneller zu einer Ausbreitung komme als gedacht, liegt für Zehetner auf der Hand: „Alkohol enthemmt“, sagte sie und meinte, dass die Einhaltung des Mindestabstands in Partylaune kaum mehr durchsetzbar sei. 

Festwirt Fahrenschon bedauert, dass er im Stadtrat nicht zu Wort gekommen ist, um sein Konzept vorzustellen. Er verweist auf den reibungslosen Betrieb seines Biergartens in Vaterstetten und auf den bayerischen Verwaltungsgerichtshof, der Einschränkungen für die Außengastronomie als rechtswidrig eingestuft habe. Ob er deshalb gerichtliche Schritte gegen die Entscheidung des Stadtrates einleiten wird, ist für Fahrenschon noch nicht entschieden. Genauso habe er noch nicht darüber befunden, ob er das Angebot von Bürgermeister Korpan, sein Konzept in abgespeckter Version im Rathaus zu unterbreiten, annehmen werde. Den von Korpan dafür genannten Termin Ende Oktober lehnt er aber kategorisch ab: Für einen Biergarten sei es dann zu kalt. dd

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