Penzberg kommt zum Stillstand

Corona-Krise: Zehetner und Kirchen starten Hilfsaktion für ältere und schwächere Menschen

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Gähnende Leere: Die Rathauspassage ist schon im Corona-Rhythmus.

Penzberg – Unmittelbar nachdem Ministerpräsident Markus Söder am Montagvormittag um 10 Uhr den Katastrophenfall für Bayern ausgerufen hatte, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, trat im Penzberger Rathaus unter Leitung von Bürgermeisterin Elke Zehetner der Krisenstab zusammen.

„Wir haben hier darüber gesprochen, welche unmittelbaren Auswirkungen die Anordnung der Staatsregierung für Penzberg hat“, so Zehetner. Neben dem ab Dienstag geltenden Verbot aller Veranstaltungen sind dies unter anderem die sofortige Schließung von Musikschule, Volkshochschule, der Stadtbücherei, der beiden Museen sowie des Jugendzentrums und des Jugendtreffs „Chill out“. Darüber hinaus hat Zehetner in Zusammenarbeit mit der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Islamischen Gemeinde einen Einkaufsdienst für ältere und schwächere Menschen vereinbart. Apropos Kirchen: Bis auf weiteres finden in Penzberg auch keine Gottesdienste mehr statt. 

„Die Lage ist zwar ernst, aber es besteht kein Grund zur Panik“, fasst Zehetner die Stimmung im Krisenstab zusammen. Mit ihren beiden Stellvertretern Johannes Bauer und Ludwig Schmuck, Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, Personalchef Rainer Knapp, Tom Sendl vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Feuerwehrkommandant Christian Abt und Polizeichef Jan Pfeil wird die Rathaus­chefin nun jeden Tag um 10 Uhr zur Lagebesprechung zusammentreffen. Das Rathaus, so Zehetner nach der Montagsbesprechung, werde zwar nach wie vor regulär geöffnet sein, „doch bitten wir die Bürger eindringlich, nur wirklich unaufschiebbare Behördengänge durchzuführen“. Auch auf die Politik in der Stadt hat der Katastrophenfall seine Auswirkungen: Nach der Sitzung des Bauausschusses vom Dienstag wurden für Mittwochabend auch die Sitzung des Verwaltungsrates der Stadtwerke sowie die für kommenden Dienstag anberaumte Sitzung des Stadtrates abgesagt. Vor der Stichwahl am 29. März um das Bürgermeisteramt wird es auch keine politischen Veranstaltungen mehr geben – und am Wahltag selbst bleiben alle Wahllokale geschlossen. „Es ist hier nur Briefwahl möglich“, betont Zehetner. Die dafür erforderlichen Unterlagen werden allen wahlberechtigten Penzbergern ab Mitte der Woche zugesandt. 

Und dann hat Zehetner mit den Vertretern der drei großen Glaubensgemeinschaften in der Stadt noch eine Unterstützungsaktion gestartet: Ältere und schwächere Menschen können sich ab sofort bei ihr im Rathaus melden (Tel: 08856/813103, E-Mail: elke.zehetner@penzberg.de) , wenn sie Hilfe bei Einkäufen oder Besorgungen in der Apotheke benötigen. „Die Leute brauchen uns nur ihren Einkaufszettel zu schicken, wir im Rathaus übernehmen dann die Koordination“, so Zehetner. Die Zustellung der Waren soll dann beispielsweise über die Nachbarschaftshilfe erfolgen. „Am besten wäre es, wenn sich ältere Menschen in eine freiwillige Quarantäne begeben würde“, meint die Bürgermeisterin. 

Darüber hinaus plant sie auch eine finanzielle Unterstützung für Menschen und Unternehmen, die mit der Stadt in einem Pacht- oder Vertragsverhältnis stehen, aufgrund der verordneten Schließungen nun aber vor unkalkulierbaren Umsatzeinbußen stehen: „Wir werden hier großes Entgegenkommen zeigen“, sagte Zehetner und nannte Stundungen als ein mögliches Mittel. Auch Finanzhilfen für Unternehmer und Geschäftsleute schließt sie nicht aus. Konkrete Überlegungen dazu gebe es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. la

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