Arbeit unter Hochdruck

Notfall-Zulassung in den USA: Roche hat weiteren Corona-Test entwickelt

Produktion in Zeiten der Krise: Bei Roche arbeiten diejenigen, die noch ins Werk dürfen, am Anschlag, um möglichst viele Corona-Tests liefern zu können.

Penzberg – Ja, bei Roche hat man einen Test entwickelt, der auf den Namen „cobas SARS-CoV-2“ hört und mit dem man große Mengen an Proben auf das Corona-Virus testen kann. Aber nein, niemand, der auf gut Glück in den Nonnenwald fährt und bei Roche an der Pforte klingelt, weil er glaubt, sich infiziert zu haben und nun das mal schnell abklären lassen möchte, wird in den Genuss dieses Testverfahrens kommen.

„Es muss das von den Gesundheitsbehörden vorgegebene Vorgehen eingehalten werden. Und das bedeutet: Besteht ein Verdacht auf Infektion mit dem Virus, müssen die Personen sich direkt mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen, der alles weitere organisiert. Ein Test in unserem Haus ist in keinem Fall möglich“, heißt es von Roche. 

Der „cobas SARS-CoV-2“ ist bereits der zweite Corona-Test, an dem Roche maßgeblich mitwirkt. Der erste wurde von dem Berliner Unternehmen Tib Molbiol auf einem von Roche hergestellten Dia­gnosegerät entwickelt, die dafür erforderlichen Reagenzien werden alle von Roche in Penzberg hergestellt, weshalb im Nonnenwald gerade am Rande der Kapazitätsgrenzen produziert wird. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir die Produktionskapazitäten am Standort deutlich erhöht haben. Aus diesem Grund haben wir für den Bereich der Diagnostik-Produktion, die Reagenzien und Einsatzstoffe für die beiden Tests herstellen, auch Sonderschichten eingeführt“, so Roche-Sprecher Johannes Ritter.Und das, obwohl der größte Teil der Belegschaft im Augenblick wegen Corona angehalten ist, bis voraussichtlich 4. April von zu Haus aus zu arbeiten. Von den 6.400 Rochianern in Penzberg sind derzeit nur rund 1.500 im Werk tätig. „Auf diesem Wege tragen wir dazu bei, die Versorgung unserer Patienten mit Arzneimittel und Diagnostika sicherzustellen. Das betrifft insbesondere auch die Lieferfähigkeit für den Coronavirus-Test“, so Ritter. 

Und jetzt kommt also noch der neue Test hinzu, der zwar in den USA produziert wird, für den man in Penzberg aber biologische und chemische Einsatzstoffe herstellt. Wie effizient dieser „cobas SARS-CoV-2“ sein muss, zeigt sich alleine daran, dass er erst am vorvergangenen Freitag die „Notfall-Zulassung“ der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA erhalten hat. Dieser Test darf nunmehr auf sämtlichen Märkten vertrieben werden, die eine CE-Kennzeichnung akzeptieren – und damit auch in Europa. Je nach dem auf welchen Roche-Geräten der neue Test zum Einsatz kommt, sind innerhalb von 24 Stunden zwischen 1.440 und 4.128 Ergebnisse möglich. Einziges Manko: Von den dafür erforderlichen Testgeräten cobas 6800 und 8800 gibt es deutschlandweit bisher lediglich 100 Einheiten. Allerdings bedeutet dies auch, dass damit pro Tag mindestens 144.000 Tests möglich sind, was eine erhebliche Ausweitung der Testkapazitäten bedeutet. Bei Roche im Nonnenwald wird dafür jedenfalls am Anschlag gearbeitet: „Alle betroffenen Mitarbeitenden zeigen ein beeindruckendes Engagement, um möglichst viele Tests und Einsatzstoffe liefern zu können“, betont Johannes Ritter.     la

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