Mitglieder wählen Führung

CSU Penzberg: Nick Lisson weiter an der Spitze - Partei genießt noch Wahlsieg

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Frisch gewählt: Der CSU-Ortsvorstand in der Stadthalle.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg – Nick Lisson führt weiter den CSU-Ortsverband Penzberg. Der 35-Jährige wurde bei der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle einstimmig wiedergewählt. Auch sonst blieben personelle Überraschungen aus.

Nick Lisson, Stadt- und Kreisrat der Christsozialen, führt den aktuell 109 Mitglieder zählenden Ortsverband seit 2015. Dass der ehemalige JU-Chef bei der diesjährigen Vorstandswahl wider antreten würde, war keine Überraschung. Schließlich schwelgt die örtliche CSU noch immer in nie dagewesenen Glückssphären seit ihrem Sieg bei der Kommunalwahl 2020. Das Bürgermeisteramt mit Stefan Korpan in der Stichwahl gegen Amtsinhaberin Elke Zehenter (SPD) geholt, dazu jetzt sechs CSU-Stadtratssitze: Kein Wunder, dass die Jahresbilanz des Vorsitzenden zufrieden bis teilweise euphorisch ausfiel. Lisson sprach denn auch mit Blick auf die beiden Wahltermine am 15. und 19. März 2020 von „zwei Tagen, die historisch waren“. Seiner Partei sei gelungen, „was Generationen als Ziele ausgegeben haben“ – nämlich endlich mal im bis dato roten Penzberg einen schwarzen Rathauschef und im Kommunalparlament die stärkste Fraktion zu stellen.

Politische Keule herausgeholt

Lisson vergass nicht, die politische Keule herauszoholen. Durch den Stadtrat sei ein „aktiver Riss“ gegangen, erinnerte er an die Verhältnisse vor der März-Wahl. „Der Gewöhnungsprozess an die neuen Machtverhältnisse hält an“, konstatierte er. Eine Fraktion „tritt sehr aggressiv auf“, so Lisson. Einen Namen nannte er zwar nicht, aber es war klar, in welche Richtung er zielte. Immerhin hatten die Sozialdemokraten in Penzberg eine traditionelle SPD-Festung verloren und sind nun stadtpolitisch auf eine Fünf-Personen-Fraktion geschrumpft. Lisson verwahrte sich auch gegen bestimmte Retorik im Gremium, die man „vehement zurückweisen“ werden. Sprich: Der jüngst von SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber an die Adresse von Korpan gerichtete Vorwurf der mangelnden Transparenz seitens der Verwaltung an den Stadtrat. „Kein Bürgermeister redet so offen mit de Stadtrat“ wie der aktuelle Amts- inhaber, hieb Ortsvorsitzender Lisson nun zurück. Allerdings ist er optimistisch, was die weitere Zusammenarbeit anbelangt: „Der Versöhnungsprozess geht weiter.“ Und dann gab es vom CSU-Ortschef noch ein Speziallob für eine Fraktion, die in der Vergangenheit oftmals mit polemischen Aussagen und harten politischen Attacken von sich Reden gemacht hatte: Lisson sprach von einer „Wandlung der BfP“, diese sei ein „verlässlicher Partner in der Stadtpolitik“ geworden.

Der Ortsvorstand der CSU

Vorsitzender: Nick Lisson. Stellvertreter: Maria Probst (neu für Monika Engel), Paul Hattemer und Alexander Randl. Schatzmeister: Aleksandar Trifunovic. Schriftführer: Claudia Engel. Neu ist der Posten des Digitalbeauftragten: Diesen nimmt Florian Müller ein. Beisitzer: David Credè, Werner Kornstädt, Renate Mair, Etelka Moreh, Herbert Mosebach, Wolfgang Scherl, Michael Schmatz und Fuat Tüfekci.

„Berühmte Transparenz“

Auch der Bürgermeister würdigte die „gute Zusammenarbeit“ im Stadtrat. Auch dank der „berühmten Transparanz“, wie sich Korpan einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen konnte. Manchmal jedoch gebe es einige Räte, die lieber „was hinauszögern wollen statt zu entscheiden“. Eigentlich war die Versammlung für vergangenen Oktober geplant gewesen. Mit Blasmusik und Ehrengästen, von Landrätin Andrea Jochner-Weiß bis Ministerpräsident Markus Söder hatten die Penzberger bereits angefragt. Doch die Pandemie machte der Siegesfeier einen dicken Strich durch die Rechnung. Dass die Versammlung jetzt doch, trotz Lockdown, als Präsenzveranstaltung über die Bühne gehen konnte, lag an einer Sondergenehmigung des Landratsamts – nur in dieser Form habe man ordnungsgemäß die Delegierten für die anstehende Bundestagskandidaten-Nominierung wählen können, war vom Vorsitzenden zu hören.

Lisson einstimmig bestätigt

Dennoch feierten sich die anwesenden 32 Stimmberechtigten in der Stadthalle selbst: Mit stehendem Applaus für den Wahlerfolg und ihren Bürgermeister. Beifall bekam auch der Vorsitzende: Nick Lisson wurde einstimmig im Amt bestätigt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Große Veränderungen im Vorstand auch nicht, man setzt bei der CSU auf die bewährte Führungsriege. Die personellen Vorschläge der örtlichen Parteispitze gingen alle ohne Gegenstimme durch. Andreas Baar

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