Runder Tisch zum Rathaus-Umzug

Eine Spende und zwölf Bäume

Iffeldorf - Bei einem Treffen diskutierten Vereinsvertreter und Iffeldorfer Bürger unter Ausschluss der Medien über ein brisantes Thema: die mögliche Nutzung des Deichstetter-Hauses.

Dass Iffeldorf auf einen Bürgerentscheid über die künftige Nutzung des Deichstetter-Hauses zusteuert, ist allen klar. Daran konnte auch der erstmals einberufene Runde Tisch am Montag nichts ändern. Dennoch wertet Bürgermeister Hubert Kroiß das Treffen von rund 40 Vereinsvertretern und Privatpersonen als großen Erfolg: Bei der abschließenden Abstimmung haben sich rund 70 Prozent für die vom Gemeinderat befürwortete Lösung ausgesprochen, im Deichstetter-Haus das Rathaus und ein Mehrgenerationenprojekt zu realisieren.

Hans Neuber, den Sprecher der Bürgerinitiative (BI), die den Umzug des Rathauses in das denkmalgeschützte Gebäude verhindern will, überrascht dieses Votum nicht: „Es waren ja nur drei Leute unserer Initiative dabei.“ Neuber konfrontierte den Runden Tisch auch mit seiner 5.000-Euro-Spende. Die hat-te er einst getätigt, um den Umzug von Egbert Grevens Galerie schön + bissig in die Remise des Deich- stetter-Hauses zu ermöglichen. Da dies nicht mehr zur Debatte steht, bekam Neuber das Geld mittlerweile wieder von der Gemeinde zurück. Jetzt erklärte er: „Nur wenn das Deichstetter-Haus künftig ausschließlich für soziale und kulturelle Zwecke genutzt wird, werde ich wieder spenden.“

Beim Runden Tisch hingen zwar auch Auszüge aus dem Testament von Wilhelm Hörmann aus, diskutiert wurde über dessen Inhalt an diesem Abend aber nicht. Dabei wirft Neuber der Gemeinde unverdrossen vor, Hörmanns letzten Willen zu missachten. Dabei bezieht sich der BI-Sprecher vor allem auf einen Passus: Hörmann hat das Gebäude der Gemeinde vermacht, „wenn der Iffeldorfer Gemeinderat garantiert, dass oh-ne weitere Bebauung das historische Ensemble aus Haupthaus, Nebengebäude und dem sehr al-ten Baumbestand erhalten bleibt“. Neuer kritisiert nun, dass sowohl der geplante Sitzungssaal zwischen Haupthaus und Remise wie auch die Fällung von zwölf Bäumen dem Testament widerspreche. Bürgermeister Kroiß hinge- gen bleibt bei den Bäumen gelassen. Das Gros der entfernten Bäu-me sei noch nicht „sehr alt“, wie im Testament angeführt, gewesen. Aus dem alten Baumbestand habe man nur je eine Eiche und Buche entfernt, die das Gebäude bedroht hätten. Die übrigen alten Bäume auf dem Grundstück wolle man nicht fällen, sondern sanieren.

Neuber und Kroiß werden sich in dieser Frage wohl nicht mehr einig werden - sie werden sich aber bald wieder treffen: am 13. August tagt der Runde Tisch zum zweiten Mal. la

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