Unauffälliges Juwel

Das Wölflkreuz in Penzberg wird in die bayerische Denkmalliste aufgenommen

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Ist jetzt ein Denkmal: das zirka 140 Jahre alte Wegkreuz an der Straße Wölfl.

Penzberg – Die mit Denkmälern wahrlich nicht reich ausgestattete Stadt Penzberg wird, sehr zur Freude des Denkmalvereins, um eines reicher: Kürzlich ging beim Vorsitzenden Max Kapfer eine Mail des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege ein, dass das Wölflkreuz – es steht auf einer kleinen Anhöhe direkt an der Straße Wölfl – in die bayerische Denkmalliste aufgenommen wird.

„Bei dem Wegkreuz handelt es sich zweifellos um ein Baudenkmal nach Artikel 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes“, schreibt Detlef Knipping vom Landesamt. Die förmliche Eintragung in die Denkmalliste, so heißt es weiter, werde in Kürze eingeleitet“. Besonders erfreut zeigen sich natürlich die Penzberger Denkmalschützer über die Nachricht aus München, in der auch die „sehr fundierten Dossiers“ erwähnt werden, welche die Fragen zur Denkmaleigenschaft erschöpfend beantwortet haben. Dieses Lob, so Kapfer, gebühre aber hauptsächlich den Vereinsmitgliedern Hans Edlfurtner und Barbara Kaulbarsch: Edlfurtner, der vor zwei Jahren schon maßgeblich verantwortlich zeichnete für die Herausgabe eines Büchleins über die Feld- und Wegkreuze in und um Penzberg sowie Barbara Kaulbarsch, die sich um den gesamten Schriftverkehr gekümmert hat. 

Vor zwei Jahren hatte es sich der Denkmalverein zur Aufgabe gemacht, das Feldkreuz, das auf einem kleinen städtischen Grundstück neben dem umgebauten Wölflhof steht, zu renovieren. Und weil es an dem Standort, an dem es seit über 140 Jahren verweilt, relativ unauffällig steht, wurde damals sogar eine Versetzung im Bauausschuss diskutiert, dann aber wieder verworfen. Wie sich jetzt herausstellte, wäre es im Falle einer Versetzung nichts mit der Eintragung in die Denkmalliste geworden. 

Auf Veranlassung des Denkmalvereins hat der Bauausschuss damals aber ein Gutachten des Restaurators Christian Mack aus Obereglfing in Auftrag gegeben, dessen Verwirklichung nun ansteht, wie Bauamtsleiter Justus Klement dem Verein jüngst mitteilte. Zu lange sollte sich der Beginn der Arbeiten aber nicht mehr hinziehen, so Max Kapfer, „weil die Figuren schon stark geschädigt sind und bei weiterem Abwarten die Gefahr bestehen würde, dass der Stein kollabiert und ein wertvolles Kulturdenkmal für immer zerstört wäre“. 

An dem etwa 140 Jahre alten und über drei Meter hohen Kreuz hängt eine Christusfigur, darunter steht eine kleine Madonna. Es wurde vom Bauern des Wölflhofes aus Dankbarkeit für überstandene Viehseuchen errichtet. Dreimal verendete in den 1870er Jahren der gesamte Viehbestand durch Milzbrand. Die genaue Jahreszahl der Errichtung lässt sich heute nicht mehr feststellen. dd

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