Menschenfahne auf Stadtplatz

Ein Zeichen der Solidarität

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Penzberg - Um Solidarität mit den Brasilianern zu zeigen, die unter der Fußball-WM leiden, bildeten Schüler auf dem Stadtplatz eine Menschenfahne mit den Farben der deutschen und brasilianischen Flagge.

Ein irrer Zufall oder eine von langer Hand geplante Aktion? Just an dem Tag, an dem sich Brasilien und Deutschland im Halbfinale der Fußball-WM duellieren, ruft Gisela Matschl gut 500 Schüler dazu auf, auf dem Stadtplatz eine deutsch-brasilianische Menschenfahne zu bilden. „Ich hab’ das echt nicht gewusst“, lacht die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Mae Luiza. Ihr ging es vielmehr darum, auf die Missstände in Brasilien hinzuweisen, die das Land seit der Vergabe der Weltmeisterschaft erschüttern.

„Menschen sind in Brasilien vertrieben worden, es wurden sogar Schulen abgerissen“, prangert Gisela Matschl die soziale Not an. Das Geld werde in Brasilien völlig falsch eingesetzt. Statt in Bildung, Krankenhäuser oder Verkehr zu investieren, „wurden Stadien gebaut, die niemand mehr braucht“, klagt Matschl. Durch die Aktion auf dem Stadtplatz sollen die Schüler sensibilisiert werden, dass es in Brasilien nicht nur Jubel und Euphorie um die Fußball-WM gibt, sondern dass es den Armen noch schlechter geht durch die WM. „Es hapert an allen Ecken und Enden“, weiß die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins.

 Um ein Zeichen der Solidarität für die Menschen in Brasilien zu setzen, die unter der Fußball-WM zu leiden haben, bildeten mehr als 500 Schüler eine Fahne mit den Farben der beiden Länderflaggen. Gisela Matschl war über den Zuspruch überrascht, sie hatte mit 200 Kindern weniger gerechnet. An der Aktion beteiligten sich Mädchen und Buben der Grundschule an der Südstraße, der Mittelschule, des Gymnasiums und der Realschule. Unterstützung gab es darüber hinaus von der Stadt Penzberg.

Damit nicht genug: Um die Lebensumstände der Menschen in Brasilien zu hinterfragen, wurde gestern eine Ausstellung im Sitzungssaal der Stadt präsentiert. Drei Klassen hatten sich an diesem Projekt beteiligt: die 6b und die 8b-m der Mittelschule und die „Löwen-Gruppe“ des AWO-Kinderhorts. Wer Interesse hat, die Ausstellung zu zeigen, kann sich bei Gisela Matschl melden. akr

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