Tagesstätte in Corona-Zeiten

Kein Platz für Besucher: Penzberger „Oase“ sucht neues Domizil

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Die Penzberger „Oase“ .
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg – Die „Oase“ gibt es seit 2001 in Penzberg. Die Einrichtung der Diakonie Herzogsägmühle bietet auch in der jetzigen Corona-Situation ihre Angebote an –jedoch fehlt es grundsätzlich an Räumlichkeiten.

Für Inga Kaiser ist eines grundsätzlich klar: „Der Bedarf ist da“, sagt die Leiterin des Clubhaus „Oase“. Betroffene mit seelischer Erkrankung sind in den Räumlichkeiten im Pfarrzentrum Christkönig willkommen und werden dort liebevoll betreut. Die Angebote können kostenlos genutzt werden. Rund 40 Besucher zählen Kaiser sowie ihre Mitarbeiterin und Stellvertreterin Kathrin Bihle im Schnitt monatlich in der Tagesstätte. Die Meisten schauen wöchentlich vorbei. Es gibt aber auch Gäste, „die fast jeden Tag kommen“, wie Kaiser sagt. Das Angebot ist vielfältig, reicht von Gespräch über gemeinsames Kochen, gemütlich Ratschen bis hin zu Ausflügen und Stallbesuchen bei Pferden. Mit Angeboten vor Ort wie dem Sozialpsychiatrischen Dienst und der psychologischen Beratungsstelle an der Bahnhofstraße wird eng zusammengearbeitet. Doch das war vor Corona. Die Pandemiebeschränkungen haben die räumliche Situation verschärft, ist von der Leiterin zu hören. Bereits im vergangenen Jahr musste die Einrichtung eine zeitlang für den Besucherverkehr geschlossen werden. Stattdessen gab es Einzelspaziergänge und einen Newsletter. Diesen nennt Mitarbeiterin Bihle „ein Austauschmedium“, das auch eine „Stütze für zu Hause“ sein soll. In einem „Schmunzelfenster“ wurden zudem Beiträge von Besuchern ausgestellt.

Mehr Besucher als sonst

Ende Mai vergangenen Jahres durfte die „Oase“ wieder aufmachen, allerdings im eingeschränkten Betrieb. Was aber die Resonanz nicht beeinträchtigte. „Die Leute kamen wieder“, erinnert sich Leiterin Kaiser. „Mehr als sonst.“ Viele kamen auch wegen der schwierigen Corona-Situation. Auch Neuanfragen gab es. Über den Sommer konnte man ins Freie ausweichen, so dass bis zu 20 Personen an den Angeboten teilnehmen konnten. Doch mit der kälteren Jahreszeit zeigte sich: Die Räumlichkeiten in der Tagesstätte reichen einfach nicht mehr aus, um dem Andrang Herr zu werden. Maximal sieben Personen plus ein Mitarbeiter dürfen sich in dem Tagesraum aufhalten. Die Folge: Nicht jeder, der möchte, kann die Angebote der „Oase“ nutzen. Der Rest steht vor der Tür. „Die schauen durch das Fenster rein, Aber wir können sie nicht mehr reinlassen“, bedauert Kaiser. Der Betrieb in der Tagesstätte läuft auch im jetzigen Corona-Lockdown. Allerdings ist die Besucherzahl weiter begrenzt und auch die Angebote „haben wir angepasst“, wie Kaiser vergangenen Donnerstag der Rundschau berichtet. Trotzdem bleibt ein großes Problem: Es ist einfach zu eng geworden in der Tagesstätte. Eine großen Raum gibt es, daneben noch ein kleineres Nebenzimmer und ein Büro. „Wir suchen dringend größere Räume“, sagt die Leiterin deshalb. Man wolle ja weiterhin für alle Penzberger da sein, die einen Ort für Gemeinschaft und Unterstützung in einer seelischen Krise suchen. Derzeit verfügt das Team über rund 85 Quadratmeter Fläche. Die Räumlichkeiten gehören der katholischen Kirche, die Herzogsägmühle hat sie angemietet. Die Leiterin denkt an künftig 150 bis 200 Quadratmeter Fläche. Kaiser: „Idealerweise im Stadtzentrum.“ Dann sei man für Besucher leichter zu erreichen.

Außenbereich gewünscht

Kaiser hatte sich bereits Möglichkeiten in der Penzberger Peripherie angeschaut, doch die waren nicht geeignet. Am besten wären mehrere Räume, sagt Kaiser – dann könnten Mitarbeiter und Besucher die bei den Angeboten verwendeten Materialien einfach mal liegenlassen. Auch ein kleiner Außenbereich wäre nicht schlecht. Die Leiterin wirbt um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Domizil. Es sei einfach wichtig, dass eine solche Einrichtung in der Stadt zur Verfügung steht, betont Kaiser. „Die Nachfrage ist da, weil die Zahl der seelischen Erkrankungen steigt.“ Zustimmendes Nicken von Astrid Stadler: „Ich bin froh, dass es die ,Oase‘ gibt“, sagt die Besucherin. „Da hat man einen Ansprechpartner. Es ist wie eine Familie.“ Andreas Baar

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