Eselsbrücke aus Holz

Jahrzehnte für die Stadt: Peter Holzer und Hildegard Becher-Meyer geehrt

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Die Jubilare und ihre Chefs: Hildegard Becher-Meyer und Peter Holzer mit Musikschulleiter Johannes Meyer (links) und Bauhofleiter Christian Eberl (rechts).

Penzberg – Der erste freie Tag nach vielen Jahren Arbeit, der weder einem Urlaub noch einer Krankschreibung zu verdanken ist. Peter Holzer, seit 25 Jahren Schreinerallrounder am Bauhof, und Hildegard Becher-Meyer, seit 40 Jahren Lehrerin an der Musikschule, genießen einen Tag ohne Verpflichtungen.

Da steht Peter Holzer nun vor den Türen des Trauungszimmers im Rathaus und lacht für ein Erinnerungsfoto in die Kamera. Vor Jahren hat er die Pforten an der unteren Kante abgeschliffen, da die Flügel den Boden malträtiert hatten. Bei dieser Tätigkeit traf der Schreiner das erste Mal auf die Rathauschefin und stellte sich, wie es sich nun einmal gehört, mit seinem Namen vor. Als Zehtener „Holzer“ vernommen hatte, habe sie schmunzeln müssen: Ein Schreiner, der seinen Werkstoff im Namen trägt, „den kann man sich gut merken“, sagt die Bürgermeisterin, als sie sich an die erste Begegnung erinnert. Und dann kommt Holzer auch noch aus Holzhausen. Nomen est omen. 25 Jahre arbeitet der Mann mit dem sprechenden Namen schon am Bauhof und damit für die Stadt. In der „Jobhopper-Ära“ alles andere als selbstverständlich, findet sein Chef, Bauhofleiter Christian Eberl. Nicht allein Schreinerarbeiten umfassen dabei das Tätigkeitsfeld von Holzer, der sein Handwerk einst in einer Münsinger Schreinerei erlernte. Es werde nämlich immer weniger mit Holz gearbeitet, betont Holzer. Der Handwerker sitzt daher oft auf dem Unimog, auf den man „nicht jeden draufsetzen kann“, betont Eberl, und ergänzt, dass Holzer „unglaublich geschickt an Geräten“ sei. So ist es also ein Schreiner, der in Penzberg die Mullarbeiten erledigt. Am Bauhof sind die Mitarbeiter allem Anschein nach sehr flexibel und lassen sich nicht nur von ihrer Ausbildung, sondern auch von ihrem Talent leiten. Spontaneität und Improvisation zeichnen seinen Mitarbeiter aus, lobt Eberl Holzer. Peter Holzer lächelt. Nun feiert der spontane Schreiner sein silbernes Dienstjubiläum, doch die Rente ist noch nicht in Sicht, „sie haben als junger 66er noch ein paar Tage vor sich“, grinst Zehetner. 

Keinen einzigen Arbeitstag mehr vor sich hat Hildegard Becher-Meyer. Nach 40 Jahren an der Musikschule verabschiedet sich die Akkordeonlehrerin aus dem Arbeitsleben. Dass sie vier Jahrzehnte an der Einrichtung gewirkt hat, habe nichts damit zu tun, dass ihr Chef Johannes Meyer auch ihr Mann ist, sondern hänge mit ihrer Kompetenz zusammen, betont Zehetner und lächelt Becher-Meyer an. Ende der Sechzigerjahre studierte die Musikpädagogin am Konservatoirum in Trossingen Musik mit Hauptfach Akkordeon. Dieses Instrument sollte es dann auch sein, das sie über viele Jahre ihren Schülern vermittelte. Doch ihre Finger wissen auch über das Klavier und die Querflöte zu wandern. Seit 42 Jahren ist sie staatlich geprüfte Musiklehrerin und war als solche 40 Jahre lang an der Musikschule tätig. Jetzt verabschiedet sie sich in den wohlverdienten Ruhestand. Als größten Erfolg ihrer Karriere bezeichnet sie eine Schülerin, welche jahrelang bei ihr Unterricht genommen hatte, schließlich selbst Musik studierte und dann Musiklehrerin wurde. „Es macht Riesenspaß, Musik weiterzugeben“, sagt Hildegard Becher-Meyer, die „bestimmt um die 300 Schüler unterrichtete“, schätzt ihr Gatte. Bei manchen Schülern „acht oder zehn Jahre lang“, so seine Frau, die lächelt, wenn sie daran denkt, welche Entwicklungen sie dabei begleiten durfte. ra

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