Das unbekannte Wesen

Dinge, die jeder über (Oster)-Hasen wissen sollte

Feldhase Hakenschlag
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Der Feldhase beim Hakenschlag.
  • vonMarco Heinrich
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Region – Jahr für Jahr spielt der Osterhase für ein paar Tage eine Hauptrolle. Merkwürdig, dass die meisten Menschen ihn trotzdem bis heute nicht wirklich kennen.

Der Hase ist ein echter „Langstreckenläufer mit langen, kräftigen Hinterbeinen und einem großen, leistungsstarken Herzen“, heißt es vom Bayerischen Jagdverband. Durch die seitlich gestellten Augen habe er ein Gesichtsfeld von über 180 Grad, so dass das Tier seine gesamte Umgebung überblicken kann.

Berühmtheit hat der Hase aber durch das Hakenschlagen erlangt, mit dem er sich im letzten Moment seinen Verfolgern entzieht. Dabei rennt er nicht blindlings davon, sondern versucht unter Ausnutzung geeigneter Deckung Verfolger abzuschütteln. Der Feldhase hat viele Feinde, vor denen er sich mit einer guten Tarnfärbung und durch dauernde Wachsamkeit schützt.

Vom Jagdverband erfährt man auch: In Äckern oder Wiesen verbringt „der Einzelgänger“ den größten Teil des Tages geduckt in Mulden, den sogenannten Sassen, um erst im Schutz der Dunkelheit auf Nahrungssuche zu gehen. Hier, auf freiem Feld, werden auch die relativ weit entwickelten Junghasen geboren. Um keine Fressfeinde wie den Fuchs oder Greif- und Rabenvögel anzulocken, säugt die Häsin ihre in Abständen voneinander liegenden Jungen nur einmal am Tag mit ihrer gehaltvollen Milch.

Die Fruchtbarkeit von Hasen ist sprichwörtlich, aber im Gegensatz zum Kaninchen bekommt die Feldhäsin selten mehr als viermal im Jahr, in der Regel von März bis September, zwei bis vier Junge. Vorweg fand eine wilde „Hasenhochzeit“ mit Boxkämpfen, Verfolgungsläufen und temperamentvollen Luftsprüngen statt. Eine Besonderheit ist ein „Befruchtungstrick“: Während einer bestehenden Trächtigkeit kann die Häsin durch einen weiteren Deckakt wenige Tage vor der Geburt erneut schwanger werden und so einige Tage zwischen zwei Würfen zu „gewinnen“. Wissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen der „Doppelschwangerschaft“ als Überbefruchtung.

Achtsam sein in der Natur

„Leider ist Meister Lampe heute viel seltener zu sehen als früher“, bedauert der Jagdverband. Die Gründe sind vielfältig: Ein reichhaltiges Nahrungsangebot ist nicht mehr überall ganzjährig vorhanden, riesige Ernte- und Bodenbearbeitungsmaschinen fordern viele Opfer unter den Junghasen und aufgrund mangelnder Deckung haben Beutegreifer leichtes Spiel. Hinzu kommen Krankheiten und Verkehrsopfer. Junghasen, die durch Nahrungsmangel und schlechte Witterungsbedingungen in ihrer Abwehr und Kondition geschwächt sind, überstehen selten das erste Lebensjahr.

Der Bayerische Jagdverband appelliert deshalb: „Wir Menschen, die es nicht nur wegen Corona hinaus in die Natur zieht, sollten daran denken, dass wir uns im ,Wohnzimmer‘ der Wildtiere bewegen und sich gerade ab dem Frühjahr überall in Wald, Feld und Flur ,Tierkinderstuben‘ befinden“.

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