Hotelfrage: Grünen bläst Wind ins Gesicht

Relativ akzeptabel

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Penzberg - Die Penzberger Grünen hatten zur Diskussion über das geplante Vier-Sterne-Hotel eingeladen. Und dabei wurden sie mit einigen Vorwürfen konfrontiert.

Herbe Kritik und viel Unverständnis: So lassen sich die Reaktionen der 20 Besucher zusammenfassen, die der Einladung von Penzbergs Grünen zur Diskussion über das geplante Vier-Sterne-Hotel am Huber See am Montagabend ins evangelische Gemeindezentrum gefolgt waren. Größter Vorwurf: Die Grünen betreiben mit ihrer zustimmenden Haltung keine grüne Politik. Und noch eines wurde deutlich: Die Standortfrage ist zumindest für die Bürger nach wie vor offen.

Die Diskussion bewegte sich den ganzen Abend über auf sachlicher Ebene, Polemik keimte nur manchmal auf. Dennoch fand man scharfe Worte für die Position der Grünen, die bekanntlich vor drei Wochen mit dem gesamten übrigen Stadtrat dafür gestimmt hatten für das Gelände am Huber See einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan und einen Landschaftsplan aufzustellen und somit das Hotelprojekt voranzutreiben. Da half es auch nichts, dass Grünen-Fraktionssprecherin Kerstin Engel erklärte, weshalb ihre Partei dem Projekt positiv gegenüberstehe. So verwies Engel darauf, dass über den Bebauungsplan eben auch geregelt werde, wo nicht gebaut werden dürfe. Und der Standort im Fichtenwald sei „relativ akzeptabel“. Große Hoffnungen setzt sie auf den Landschaftsplan, der etwa Vorgaben machen könnte, um eine nahe Streuwiese und den Uferbereich am See aufzuwerten. Als es dann aber um den ökologischer Ausgleich für die Bebauung mit dem Hotel ging, rief Standortgegner Jürgen Winkler mit Blick auf den zur Rodung vorgesehenen Fichtenwald: „Welcher Wald ist denn nicht wertvoll?“ Zudem widersprach er Engel, die zuvor behauptet hatte, das Hotel sei kein reines Hotel für Roche, sondern für Penzberg. „Da wird kein Penzberger übernachten“, sagte Winkler.

Weiter plagt manch einen Anwohner die Sorge, dass das Hotel irgendwann erweitert wird. Auch befürchtet man, dass weitere Bäume gefällt werden, um den Ho- telgästen einen freien Bergblick zu bieten. Das aber schloss Grünen-Stadtrat Klaus Adler kategorisch aus: „Wenn da weiter gerodet wird, bin ich der Erste, der sich da an einen Baum kettet.“

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