Eskalation im Stadtrat

Diensthandy für Wahlkampf benutzt: Zwischen Engel und Zehetner knallt‘s

„Man versucht mich fertig zu machen“: Elke Zehetner (rechts) und Kerstin Engel.

Penzberg – Irgendwann, das war klar, musste er ja kommen, der große Knall im Wahlkampf zwischen Bürgermeisterin Elke Zehetner und ihrer Herausforderin Kerstin Engel von den Grünen. Am Dienstag im Stadtrat war es dann soweit.

Dabei war der Auslöser eigentlich eine Petitesse: Engel hatte Zehetner darauf hingewiesen, dass sie ihren bürgermeisterlichen E-Mail-Dienstaccount nicht für SPD-Wahlkampfzwecke verwenden dürfe, wie sie das unlängst zum Versenden von Pressemitteilungen wiederholt getan habe. Zehetner reagierte darauf schon im öffentlichen Teil sehr dünnhäutig, zückte ihr Handy und rief aus: „Ich bin Bürgermeisterin. Ich bin 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche für die Bürger tätig. Und als Bürgermeisterin arbeite ich wann ich will und wo ich will.“ Dabei so Zehetner, habe doch auch Engel politische Mails von ihrem dienstlichen ­Roche-Account versandt, was die Bürgermeisterkandidatin der Grünen nicht bestreitet und wie folgt begründet: „Im Rathaus war man lange Zeit nicht in der Lage, Mails an meinen privaten Account zu schicken, da landete alles bei Roche.“ Erst seit etwa einem Jahr sei dies abgestellt. 

Bürgermeisterin Zehetner wittert hinter diesem Angriff von Engel aber mehr als nur die bloße Kritik am Umgang mit ihrem Diensthandy: „Man versucht ganz offenbar mich fertig zu machen und mir im Wahlkampf persönlich an den Karren zu fahren, weil man inhaltlich nichts hat, was man mir vorwerfen kann.“ Kerstin Engel sieht dies naturgemäß ganz anders: Sie habe am Dienstag im Stadtrat nur „ruhig und sachlich“ darum gebeten, dass eine Trennung zwischen dem Bürgermeisteramt und dem SPD-Wahlkampf stattfinden solle. Zehetner hätte doch bloß antworten müssen, dass das Versenden von SPD-Meldungen über das Diensthandy der Alltagshektik geschuldet gewesen sei. „Stattdessen hast Du mich persönlich angegriffen und beleidigt und dies in der nichtöffentlichen Sitzung noch fortgesetzt und angekündigt, dass Du ab sofort nicht mehr mit mir zusammenarbeiten wirst. Schade, dass die Situation so eskaliert ist“, schrieb Engel am Mittwoch an Zehetner. 

Männliche Mitglieder des Stadtrates haben sich über diese Eskalation offenbar ganz gut unterhalten gefühlt. „So ist das halt, wenn zwei Frauen streiten“, grinste einer, der dabei war. la

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