Kräftig ausgeteilt

Habacher Starkbierfest mit feiner Fastenpredigt

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Hat ein Jahr lang genau hingehört, jetzt teilt er aus: Thomas Kirnberger.

Habach – Ein ganzes Jahr genau hingesehen und hingehört: Thomas Kirnberger alias Chorherr Thomasius teilte in seiner Fastenpredigt beim Starkbierfest im Saal beim Trödler ordentlich aus, wobei man anmerken muss, dass das Dorfleben auch reichlich Stoff für spitze Bemerkungen zu bieten hatte.

Ganze drei Stunden lang las Kirnberger den Habachern die Leviten, enttäuscht wurde dabei keiner, was nicht zuletzt daran lag, dass Kirnberger auch die großen Themen nicht aussparte. So nahm er sich die Gender-Debatte gleich zu Beginn vor, als er die Brüder und Schwestern, aber eben auch die „Geschwisterinnen des dritten Geschlechts“ begrüßte. Angesichts der verqueren Diskussion zur „Political Correctness“ um das angedachte Verbot von Indianern im Fasching wollte er schon wissen, ob er sich denn künftig überhaupt noch einen „Russ‘n“ bestellen dürfe. Den Politikern, die diese Diskussion losgetreten haben, schickte der Fastenprediger eine Warnung: „Wenn man das mit den Minderheiten übertreibt, rebellieren bald die Mehrheiten.“ 

Den Besuchern legte Kirnberger alsbald nahe, lieber eine Maß Starkbier mehr zu trinken, als etwa auf Ersatzrauschmittel wie Snooze zu setzen: „Ich weiß das, ich habe eigens einen Selbstversuch unternommen.“ Und Wirt Reiner Faht beglückwünschte er zu seinem Jubiläum „30 Jahre Wirt, 140 Jahre Wirtschaft“. Dabei hätte Faht locker auch noch das 110-jährige Bestehen der „Soachrinne“ im Trödler feiern können, spottete Kirnberger. 

Er kam alsbald immer mehr in Fahrt, zerlegte den das Starkbierfest ausrichtenden Veteranenverein ebenso wie die örtliche Feuerwehr. Diese Chaostruppe habe es tatsächlich geschafft, 20 Minuten zu spät zum Einsatz zu kommen, nur weil der Schlüssel fürs Feuerwehrfahrzeug unauffindbar war. Angesichts der vielen Großbrände in Dürnhausen brauche man sich mit einer solch gut aufgestellten Wehr jedenfalls keine Sorgen machen: „2019 wird Dürnhausen dann keine Häuser mehr haben. Nur noch den Bach – und den spült dann das nächste hundertjährige Hochwasser davon.“ 

Dass inzwischen der Obst- und Gartenbauverein nicht mehr so viel Teilnehmer am Vereinsausflug hatte, lag – das hatte Kirnberger recherchiert – an der Schließung der VR-Bank, wo man sich früher unkompliziert anmelden konnte. „Blöd nur, wenn dann der Obst- und Gartenbauverein ausgerechnet die alte Filial-Telefonnummer zur Anmeldung für den Ausflug angibt“, spottete Kirnberger und hatte freilich die Lacher auf seiner Seite. Gram konnte ihm am Ende keiner im Saal sein, denn nach drei Stunden hatte gefühlt jeder Habacher sein Fett abbekommen. arr

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