Mit drei Würfeln zum Glück

Die „Spielmacher“ wollen mit Würfeln und Zufallskarten wirtschaftlich erfolgreich sein: Finanzchefin Stefanie Wegele, Elisa Schulte-Kulkmann, Produktionsleiterin Veronika Grupp, Cornelia Neizert und Vorstandsvorsitzende Sophia Wagner (vorne von links), Maxi und Paulina Schmeckel, Carolin Basty, Markus Wagner und Lehrerin Angela Bode (Mitte von links) sowie Jakob Endres, Samuel Schatten, Fabian Höffler und Marketingleiter Jonathan Partecke (hinten von links).

Nicht viele deutsche Unternehmen haben eine Frau an ihrer Spitze. Anders die neue Schülerfirma des Penzberger Gymnasiums: Die „Spielmacher“ haben allerdings weniger mit der zentralen Position beim Fußball zu tun, sondern sind vielmehr der Mensch-ärgere-Dich-nicht-Fraktion zuzuord- nen. Das Interesse daran ist gleichwohl groß, denn bei der ersten Hauptversammlung in der Aula der Schulen tummelten sich immerhin 80 Aktionäre. Zwar ging es dabei nicht so opulent zu wie bei einigen Aktiengesellschaften im Dax-Bereich, doch über Getränke und Snacks durften sich die Geldgeber, unter ihnen natürlich viele Eltern, ebenfalls freuen.

Ein kombiniertes Karten- und Würfelspiel für drei bis sieben Spieler aller Altersgruppen vom Kindergartenkind bis hin zu Personen wie Jopi Heesters, das den hübschen Namen „Ich hab’s“ trägt, haben die 13 Schüler der 11. Jahrgangsstufe erfunden und als Geschäftsidee beim Projekt „Junior“ des Instituts der deutschen Wirtschaft ihn Köln angemeldet. Im Vorjahr waren die Penzberger „Cooktainers“ bei diesem Wettbewerb mit einem Kochbuch und einem Kalender in Bayern auf dem ersten Platz und in Deutschland unter den besten Zehn gelandet. Dieser Erfolg trug auch dazu bei, dass den Aktionären damals eine Rendite von 15 Euro pro 10-Euro-Aktie ausbezahlt und der Penzberger „Tafel“ eine Spende in Höhe von 2.000 Euro überreicht werden konnte. Dieses beachtliche Ergebnis wollen die „Spielmacher“ mit „Ich hab’s“ unter der fachlichen Begleitung von Lehrerin Angela Bode natürlich toppen. Das Gesellschaftsspiel wird in zwei Phasen, dem inneren und äußeren Spiel, mit drei Würfeln und vielen Zufalls- und Aktionskarten gespielt und setzt zum Sieg zwar kein Wissen, aber Reaktionsschnelligkeit und einfach Glück voraus. Zum Bedauern der „Spielmacher“ ließ sich der Vorschlag der Landtagsabgeordneten Renate Dodell, die Würfel mit verschiedenen farbigen und geometrischen Formen in einer Behindertenwerkstatt fertigen zu lassen, nicht verwirklichen. Sie hätten zusätzlich beklebt werden müssen, was die auf Gewinn ausgerichteten Produktionskosten erhöht und die Strapazierfähigkeit obendrein stark beeinträchtigt hätte. Auch die Herstellung der Spielanleitung, Karten und Verpackung werde wohl nicht an örtliche Firmen vergeben werden können, bedauerte Bode. Die Utensilien sind in einem Baumwollsäckchen verpackt und sollen für etwa 13 Euro ab Februar zum Verkauf bereit stehen. Vorerst ist für „Ich hab’s“ eine Auflage von 150 Stück geplant, bei Bedarf wird nachproduziert. Auf verschiedenen Märkten und im Internet unter www.diespielmacher.gymnasium-penzberg.de will die Schülerfirma ihr Produkt anbieten und auch Geschäfte ansprechen, ob diese „Ich hab’s“ ins Programm aufnehmen. Bis Juli arbeiten die Schüler in ihrer Firma ganz wie ein Wirtschaftsunternehmen mit Vorstand, Finanz- und Marketingabteilung sowie Vertrieb. Als Revisoren stellten sich spontan Klaus Brecht und Peter Rolles zur Verfügung, die im Sommer den Abschluss des Unternehmens unter die Lupe nehmen.

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