10.000 Mal die Hand gehoben

Seit drei Jahrzehnten im Stadtrat: Würdigung für Schmuck und Bauer

1 von 2
Auf 30 Jahre Lokalpolitik blicken Ludwig Schmuck und...
2 von 2
...Johannes Bauer. Während der ehemalige zweite Bürgermeister nun seinen politischen Ruhestand angetreten hat, macht der einstige dritte Bürgermeister weiter.

Penzberg – 30 Jahre Stadtrat, zwölf Jahre Bürgermeister – und er macht weiter. CSU-Original Ludwig Schmuck wurde nun für sein drei Jahrzehnte währendes Engagement als Kommunalpolitiker ausgezeichnet. Die Laudatio auf ihn hielt Elke Zehetner, die ehemalige Bürgermeisterin. Darüber hinaus wurde auch der einstige Vizebürgermeister Johannes Bauer von den Grünen für seine ebenfalls 30-jährige Zugehörigkeit zum Stadtrat gewürdigt.

Zehetner bezeichnete Schmuck, den ehemaligen dritten Bürgermeister, als „verlässlichen Partner“. Zusammen mit Johannes Bauer, der im Gegensatz zu Schmuck nun nicht mehr dem Stadtrat angehört, habe man sich gut ergänzen können. „Wir wussten, wo bei jedem die Stärken liegen und worauf man sich verlassen kann“, sagte sie. Schmuck sei so stets bei Jubiläen und Geburtstagen gewesen, „einfach weil er jeden kennt“. Und durch ihn habe sie Penzberg richtig kennengelernt, meinte Zehetner. „Jeder Einsatz mit dir hat mir große Freude gemacht“, rief sie aus und erklärte, dass Loyalität im Bürgermeisteramt unendlich wichtig und mit Ludwig Schmuck auch möglich gewesen sei. Im Schulterschluss habe man die Stadt „bestens miteinander vertreten“. Direkt an Schmuck gewandt, sagte Zehetner: „Du hast alles gegeben.“ Bei seinem 70. Geburtstag vor wenigen Wochen habe sie ihn den „Bürgermeister der Herzen“ genannt, „das wiederhole ich gerne“, so Zehetner. So hätte Schmuck „locker auch einmal erster Bürgermeister sein können“, meinte sie. Das hatte er einmal, im Jahr 2002, auch versucht, war aber klar dem damaligen Amtsinhaber Hans Mummert unterlegen. Schmuck kenne seine Heimatstadt jedenfalls wie die Westentasche, so Zehetner, und so sei es löblich, dass Schmuck seine kommunalpolitische Tätigkeit fortführe. In Penzberg, erinnerte Zehetner, werde man Ehrenstadtrat, wenn man 36 Jahre aktiven Dienst als Stadtrat verrichtet. Darauf steuert Schmuck nun zu. 

Lobende Worte gab es auch von der CSU-Fraktionsvorsitzenden Christine Geiger. „Dich hätte man bei jeder Wortmeldung auch ohne Mikrophon verstanden“, meinte sie augenzwinkernd und in Anspielung auf Schmucks nicht selten polternd vorgetragene Anmerkungen. „Du hast dein ganzes Leben in den Dienst deiner Heimatstadt gestellt und tust dies weiter. Das ist nicht selbstverständlich und aller Ehren wert“, betonte Geiger. Und natürlich erwähnte sie auch Schmucks einzigartige Sammlung von Zeitungsartikeln über sämtliche politischen Entscheidungen dieser Stadt. Dieser Fundus sei interfraktionell gefürchtet, denn: „Wer seine Meinung zu einem Thema über die Jahre ändert, hat dank Wiggerl Schmuck quasi keine Chance, dies unbemerkt zu tun.“ Johannes Bauer, ehemaliger Vizebürgermeister, wurde ebenfalls für 30 Jahre als Stadtrat gewürdigt. Der Mathematiker, der nach seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur seit 1. Mai dem Gremium nicht mehr angehört, wagte einen „berechnenden“ Rückblick: 30 Jahre Stadtrat, das bedeute 1.500 Sitzungen und zusammengenommen vier Jahre lang jeden Tag eine Sitzung. Das bedeute aber auch 10.000 Mal die Hand zu heben, „um für oder gegen irgendetwas zu stimmen“. Bauer bekundete, immer versucht zu haben, Dinge mit Ruhe und gesundem Menschenverstand zu entscheiden. Weiter dankte er seiner Frau Cornelia, die ihn zur Politik motiviert und stets mit grünen Gedanken versorgt habe. dd

Auch interessant

Meistgelesen

Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro
Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs
Mann ohne Arbeitserlaubnis geht Polizei bei Kontrolle bei Bad Heilbrunn ins Netz
Mann ohne Arbeitserlaubnis geht Polizei bei Kontrolle bei Bad Heilbrunn ins Netz

Kommentare