Neue CD von Michael Wiesner

In die Mundart gefunden

Penzberg - „Drobleim“ – unter diesem Titel veröffentlicht Mi­chael Wiesner seine zweite CD. An diesem bayerischen Idiom, das dem hochdeutschen „Dranbleiben“ entspricht, ist auch die Wandlung des Antdorfers zu erkennen: Auf dem neuen Werk sind 14 akustische Popsongs in bayerischer Mundart zu hören.

„Ich bin sehr zufrieden. Es würde mich freuen, wenn es die Leute anspricht“, sagt Wiesner über sein Werk. Vor acht Jahren hatte der Hobbymusiker, der früher als Bassist in Cover- und Partybands aktiv war, seine erste CD mit dem Titel „Long Way“ auf den Markt gebracht. Klassische Rocksongs, ausschließlich in englischer Sprache, waren darauf zu finden. „Ich habe mich früher schwer getan, deutsche Texte zu kreieren. Ich habe mehr in Englisch gedacht“, gibt der gebürtige Penzberger zu.

Anlässlich des Stadtfestes vor knapp vier Jahren wurde Michael Wiesner dann aber gefragt, ob er nicht für den Film „Penzberg - eine Stadt, 74 Nationen“ das auf Penzberg umgetextete „Weus‘d‘ a Herz host wia a Bergwerk“ von Rainhard Fendrich singen möge. Einige seiner Musikerkollegen hatten ihm nach diesem Erfolg geraten, weiter auf Deutsch oder Bayerisch zu singen - das entspreche doch mehr seiner Identität. „Daraufhin habe ich mich auch mit deutschen Texten beschäftigt“, grinst Wiesner. Vorbilder dafür gebe es derzeit genug: Mathias Kellner, Chris Columbus oder LaBrassBanda nennt er als Beispiele. „Die machen deutsche Songs, die sprechen einen direkt an“, schwärmt Wiesner.

Dranbleiben, um besser zu werden, das zieht sich durch die 14 Titel auf „Drobleim“ wie ein roter Faden. Bei den Mundarttexten half ihm Gerhard Prantl, der Penzber­ger hat auch einen Song auf der neuen CD eingesungen. Weitere Gäste auf der Scheibe sind Gabriele Schretter, mit der Wiesner vor drei Jahren die „KultUHRnacht“ eröffnete, und die Geigerin Sylvia Winter. Den Sound auf der CD abgerundet hat Florian Rein von den „Bananafishbones“, und Fotograf Ralf Gerard steuerte die Bilder und das Grafikdesign auf dem Cover bei.

„Drobleim“ heißt nicht nur die CD, sondern auch eines der Lieder. „Das ist die zentrale Aussage, die alle Lebensbereiche betrifft“, erklärt Michael Wiesner, bevor er zu philosophieren beginnt. Egal, wo man stehe, was man mache und wie weit man komme: „Gib deinem Leben ein Ziel und bleib dran!“ Das gelte sowohl für Beruf, Ehe, Sport und Freundschaft. Darüber hinaus singt Wiesner über die Schönheit der Heimat („Es geht die Zeit“), über Terror und Flüchtlinge („Gelobtes Land“), über sommerliche Gemütlichkeit („Nauf auf‘n Grill“) und darüber, die Hoffnung nicht zu verlieren („Gib ned auf“). Vier Jahre hat er an der CD gearbeitet, immer wieder Ruhephasen eingelegt und die Songs verändert. Und: Michael Wiesner hat Spaß an der Mundart gefunden. „Ich fühl mich wohl damit. Dabei will ich bleiben.“ Er werde zwar weiter englische Musik hören, doch die eigene Musik wird vorerst bayerisch klingen. akr

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