Zwei unter einem Dach

Kocheler Gemeinderat bewilligt gemeinsame Rettungsstation für Berg- und Wasserwacht

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Die Kocheler Bergwacht muss ihr Dasein nicht mehr lange in den feuchten Garagen der ehemaligen „Seestube“ fristen. Nur ein paar Meter weiter entsteht zusammen mit der Wasserwacht eine gemeinsame Rettungsstation.

Kochel – Auf der einen Seite scheinbar einstöckig, auf der anderen Seite tatsächlich zweistöckig: Wasserwacht und Bergwacht sollen in Kochel eine gemeinsame Rettungsstation in Hanglage bekommen, die nicht nur nah am See, sondern auch nah am Helikopterlandeplatz liegt. 

Zu den wichtigsten Vereinen in Kochel gehören sicherlich die Bergwacht und die Wasserwacht. Die beiden Rettungsorganisationen können mit Stolz auf zahlreiche, äußerst professionelle Einsätze ihrer ehrenamtlichen Mitglieder blicken. Mit einer gemeinsamen Rettungsstation sollen sie nun auch zeitgemäße Räumlichkeiten erhalten. In seiner jüngsten Sitzung votierte der Gemeinderat deshalb einstimmig für den Neubau einer Berg- und Wasserrettungsstation an der Badstraße.

Dieser Neubau sei notwendig, da zum einen die Räume der Bergwacht nicht mehr zeitgemäß seien und zum anderen die Wasserwacht keine richtige Wache habe, stattdessen bislang Material und Fahrzeuge auf verschieden Gebäude verteile, begründete Bürgermeister Thomas Holz das Vorhaben. Die gemeinsame Rettungsstation soll auf dem Grundstück der ehemaligen „Seestube“ errichtet werden, allerdings näher an die Badstraße heranrücken. Dabei handelt es sich um einen Außenbereich, der laut Flächennutzungsplan teilweise als „Fläche für Gemeinbedarf“ und teilweise als „Sondergebiet Hotel“ gekennzeichnet ist. „Wir sollen und wollen ganz bewusst in den Außenbereich“, führte Holz aus, da ein derartiges Vorhaben nur dort ausgeführt werden könne. Zum einen sei für die Wasserwacht die Nähe zum See wichtig, zum anderen benötigten beide Rettungsorganisationen einen Landeplatz für Helikopter in unmittelbarer Nähe. Meist komme der Rettungshubschrauber von der Unfallklinik Murnau, habe also bis zum Standort an der Badstraße nur eine kurze Anflugzeit. Bereits jetzt befindet sich ein Helikopterlandeplatz auf der freien Fläche zwischen See und Kurpark. 

Der Neubau wird durch seine Hanglage rückwärtig einen eben­erdigen Zugang zum Obergeschoß bieten und so wie ein einstöckiges Gebäude wirken. Vom See aus sieht man auch das Untergeschoß, in dem Garagen ihren Platz haben werden. Der Grundriss ist in zwei Hälften geteilt und bietet für jede der beiden Rettungsorganisationen Büros für die Leiter, eine kleine Küchenzeile, Materiallager und Toiletten. Für die Bergwacht ist ein Einsatzleitraum vorgesehen, für die Wasserwacht kommen Duschen und Trockenräume hinzu. Mittig wird es einen 60 Quadratmeter großen Vortragsraum mit Trennwand geben, der bis unters Dach reicht und in dem die Bergwacht auch eine Kletterwand errichten wird. 

Die Kosten für den Rohbau hatte Holz bei der Bürgerversammlung im Februar auf 800.000 Euro geschätzt, den Innenausbau übernehmen die beiden Organisationen selbst. Der Rathauschef lobte bei der Gelegenheit Bergwacht und Wasserwacht für die positive Kooperation bei der Realisierung dieses Projekts. Statt „utopischer Forderungen“ gebe es ein „vernünftiges und sehr angenehmes Miteinander“, sagte er und ergänzte: „Das wird eine schöne und dienliche Sache.“cw

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