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Echt scharf: In Penzberg wird mit Sensen aktiv für den Umweltschutz gemäht

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Von: Andreas Baar

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„Sensenkurs“: Fachmann Otto Gion (hinten) zeigt den Kindern der Kindertagesstätte St. Raphael, wie man richtig mit der Sense arbeitet. © Privat

Penzberg – Alt aber bewährt: Engagierte Bürger in Penzberg nutzen traditionelle Sensen für einen sinnvollen, ökologischen Zweck.

Aus dem Interreligiösen Umweltteam in Penzberg hat sich im vergangenen Jahr eine Sensengruppe gebildet, die inzwischen mehrere Wiesen im Stadtgebiet bearbeitet. Dazu gehören unter anderem die Wiesen um die katholischen Kirchen Christkönig und Unsere liebe Frau von Wladimir – für die von der Pfarrei Christkönig eigens ein Grünpflegeplan aufgestellt worden war – und Wiesen beim Steigenberger Hof. Entstanden ist die besondere Gruppe aus Aktionen bei der katholischen und evangelischen Kirche. Zur Zeit besteht sie aus vier Mitgliedern, die regelmäßig dabei sind. Aber auch andere Sensen-Begeisterte machen immer wider mal mit. Zu ihr gehören unter anderem Bernd Watzlawek und Manfred Fischer, die beide auch Mitglied im Umweltteam sind.

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Umwelt-Werbung: Infostand in der Christkönigskirche. © Privat

Viel Freude und positive Aspekte

„Neben der Freude an der Arbeit und dem Erfolgserlebnis, wenn der Heuhaufen von einem ortsansässigen Schäfer abgeholt wird, gibt es auch viele andere positive Aspekte“, berichtet Watzlawek. Denn die Penzberger gehen so aktiv gegen einen negativen Öko-Trend vor. „Leider hören wir immer wieder davon, dass die biologische Vielfalt bedroht ist“, so Watzlawek und nennt Beispiele: Von 1989 bis 2014 sei die Gesamtbiomasse der Fluginsekten in Deutschland um 76 Prozent zurückgegangen.
Betroffen seien vor allem Großschmetterlinge, Wildbienen und Hummeln. „Dabei sind die Insekten unheimlich aktiv“, weiß Watzlawek: Eine Hummel könne bis zu 3800 Blüten pro Tag bestäuben. Der Rückgang steht im Zusammenhang mit dem Verschwinden wichtiger Lebensräume wie Magerwiesen, Hecken und Moore, mahnt der Umwelt-Aktive. „Damit verschwinden auch wichtige Wildpflanzen, die für die an sie angepassten Tiere lebensnotwendig sind.“

Mit-Mäher gern gesehen

Die Aktiven der Sensengruppe freuen sich über Mitstreiter. Interessenten können sich bei Manfred Fischer per E-Mail an mbfischer@82377 oder im Pfarrbüro (Telefon 08856/92140 melden.

Wildblumen locken Insekten und Vögel

Die Gruppe hat sich deshalb zusammen mit dem Interreligiösen Umweltteam zum Ziel gesetzt, dass möglichst viele Wiesen stehen bleiben und nur noch zwei Mal im Jahr mit der Sense gemäht werden. Viele Wildblumen finden hier wieder ein zu Hause und ziehen mehr und mehr Insekten und Vögel an, heißt es von der Gruppe. Außerdem erfreue die wilde Wiese auch viele Spaziergänger.
Die Gruppe wirbt derzeit mit Infotafeln in der Christkönigskirche für ihr Anliegen. Die Tafeln stehen noch bis zum Schöpfungstag der Pfarrei am 9. Oktober in der Kirche.

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