Bergamt warnt vor alten Schächten

Edeka-Areal in Penzberg: Wohnquartier droht Gefahr aus der Tiefe

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Erinnerung an das Bergwerk: Das Denkmal an der Henlestraße soll im Zuge des neuen Quartiers auf dem Edeka-Areal versetzt werden.
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Penzberg – Dem Wohnbauprojekt auf dem Penzberger Edeka-Areal droht Ungemach: Das Bergamt Südbayern warnt vor den Überresten des Kohlebergwerks im Untergrund.

Das Bauen in Penzberg eine Herausforderung sein kann, ist nicht unbekannt. Immer wieder tauchen Reste des einstigen Bergwerks im Boden auf. So kommt es auch beim geplanten Wohnquartier auf dem Edeka-Areal. Dass sich just in dem Bereich sechs Tagschächte befinden und im schlimmsten Fall aufwändig verfüllt werden müssen, ist nicht neu. Projektentwickler Herbert Küblböck hatte davon bereits im Februar im Bauausschuss berichtet, als das Gremium einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans beschloss. Wie berichtet, soll neben den Gewerbeflächen noch im Süden ein Quartier mit bis zu sechsgeschossigen Gebäuden und insgesamt 385 Wohnungen entstehen.

„Wir raten dringend davon ab, die Schächte zu überbauen.“

Bergamt Südbayern

Im jüngsten Bauausschuss lagen unter anderem die Stellungnahmen der Behörden vor. Grundsätzliche Einwände gab es nicht, wie Günter Fuchs vom Bauamt erklärte. Eine gravierende kam allerdings vom Bergamt Südbayern: Das Amt wies auf Schächte hin, „die nicht überbaut“ werden dürfen. Grund sei der „unbekannte Zustand“ der stillgelegten Anlagen. Das Amt warnte vor „Gefährdungsbereichen“, zum Teil unter der geplanten Wohnbebauung. Fazit der Behörde: „Wir raten dringend davon ab, die Schächte zu überbauen.“ Die betreffenden Gebäude könne man durch „Anpassung der Planunterlagen“ aus dem Gefahrenbereich herausnehmen. In das gleich Horn stieß die Eon-Abteilung „Mining Management“: Der Bauherr müsse vorher den Baugrund untersuchen und gegebenenfalls Vorsorge treffen.

Bedingtes Baurecht

Ob die Planungen und das Projekt generell gefährdet sei, wollte Jack Eberl (FLP) wissen. Die Einwendungen bedeuten eine „neue Abfolge“, räumte Stadtbaumeister Justus Klement ein. Es gebe einen „deutlichen Hinweis“, dass Baurecht erst dann möglich ist, wenn die Schächte untersucht und die Maßnahmen dokumentiert sind. Erst dann stimme das Bergamt zu. Beim Verfahren bedeutet dies laut Klement, dass es erst ein Teilbaurecht für die Einzelhandelsflächen geben wird. Dann komme der Abbruch des alten Edeka, gefolgt vom Schachtgutachten und den Reparaturen. „Das Wohngebiet könnte sich ändern“, machte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) deutlich.

„Schächte werden komplett verfüllt“

Projektentwickler Küblböck hat mit dem Bergamt telefonisch konferiert. Ergebnis: „Die Schächte werden komplett verfüllt“, ebenso ein Flöz. Dann erfolge eine Untersuchung, ob das Gelände tragfähig ist. „Nach jetzigem Stand“, so Küblböck, müsse dies ausreichen. Er beruhigte: Die Schachtproblematik „würde das Bauvorhaben insgesamt nicht gefährden“. Es sei eher eine Frage des Aufwands: Küblböck schätzt die Kosten auf 600.000 bis 880.000 Euro. Sollte die Verfüllung nicht ausreichen, müsse man allerdings entsprechend umplanen – sprich, ein Wohngebäude verschieben oder neu konzipieren.

2030 alles fertig

Rathauschef Korpan nannte erstmals einen Zeitplan: Bis Mitte 2024 sollen die Handelsmärkte fertig sein. Laut Küblböck wäre das Quartier 2030 komplett fertig. Der Bauausschuss legte sich nicht quer: Einstimmig wurde der Bebauungsplan samt Änderungen gebilligt, er wird nochmals ausgelegt.

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