Petition der Einzelhändler

Edeka-Areal: Pro Innenstadt wendet sich an den Landtag / Zehetner verwundert

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Beschäftigt jetzt auch den Landtag: die Entwicklung des Edeka-Areals.

Penzberg – Wer gedacht hatte, die Debatten um die Entwicklung des Edeka-Areals hätten in den vergangenen Jahren schon jede Facette beinhaltet, der sieht sich getäuscht. Denn jetzt muss sich der Bayerische Landtag mit der Angelegenheit beschäftigen.

Der Gewerbeverein Pro Innenstadt hat beim Bayerischen Landtag eine Petition eingereicht. Damit will man erreichen, dass für die Entwicklung des Edeka-Areals ein Bebauungsplan aufgestellt wird, was der Stadtrat zuletzt aber immer wieder abgelehnt hat, weil in diesem Fall das Konzept des Regensburger Projektentwicklers Herbert Küblböck nicht realisiert werden könnte. „Wir haben eine Petition eingereicht, weil wir nicht wollen, dass jetzt die Weichen falsch gestellt werden“, sagt Monika Uhl, die Vorsitzende von Pro Innenstadt, die befürchtet, dass „der Handel im Zentrum und damit das Leben in unserer Innenstadt ausbluten“. 

Uhl erinnert daran, dass der Stadtrat im Jahr 2011 beschlossen hat, einen Bebauungsplan aufzustellen, was bis heute aber nicht geschehen sei. Küblböck wiederum wirft sie vor, dass seine Pläne unter anderem mit der Ansiedlung von Lidl und einer erheblichen Vergrößerung des E-Centers „mit den Anforderungen der Landesplanung nicht in Einklang zu bringen sind“. Uhl befürchtet, dass das von der Regierung von Oberbayern erlassene Agglomerationsverbot ausgehebelt wird. Außerdem habe ein Gutachten der Entwicklungsberatungsgesellschaft CIMA bestätigt, dass eine große Handelsfläche auf dem Edeka-Areal nur dann für die Innenstadt nicht schädlich ist, wenn keine Handelsverschiebung innerhalb von Penzberg stattfindet. „Wir befürchten aber genau diese Verschiebung“, so Uhl. Dies könne „unwiderrufliche Konsequenzen für unsere Innenstadt nach sich ziehen“. 

Ungeachtet dessen, überrascht bei der Petition vor allem der Zeitpunkt, denn erst kurz vor Pfingsten hatte Küblböck sich bereit erklärt, die Handelsflächen zu verkleinern und entlang der Henlestraße eine Wohnbebauung anzustreben. Und dies wäre sehr wohl im Interesse von Pro Innenstadt. „Sollte die Stadt Wirtschaft und Wohnen auf dem Gelände planen, fänden wir das gut, wenn es ausgewogen ist und auch unsere Interessen berücksichtigt“, stellt Monika Uhl klar. 

Gerade deshalb findet Bürgermeisterin Elke Zehetner die Petition auch „überflüssig wie einen Kropf“, zumal die Stadt gerade dabei sei, zusammen mit der Regierung von Oberbayern eine Lösung zu finden, die im Einklang mit dem Agglomerationsverbot stehe. In diesem Zusammenhang verweist sie nicht nur auf die von Kübl­böck neuerdings verfolgte Wohnbebauung, sondern auch auf den Umstand, dass nach dem Lidl-Umzug das bisher von dem Discounter genutzte Grundstück nicht mehr dem Handel, sondern ausschließlich produzierendem oder verarbeitendem Gewerbe zur Verfügung gestellt werden soll. „Auf diese Weise berücksichtigen wir auch hier die Interessen der Einzelhändler in der Innenstadt“, so Zehetner.la

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