Galerie schön + bissig

Neue Heimat gefunden

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Penzberg - Seit Greven in Iffeldorf die Galerie schön + bissig vor 17 Jahren gründete, ist das einstige Metropol-Kino Penzberg bereits die dritte Heimat. Am Samstag um 15 Uhr wird die Galerie eröffnet. Deutet man alle Vorzeichen richtig, ist es für diese Galerie die letzte Eröffnung.

Egbert Greven ist richtig happy. Er sitzt bei brütender Hitze in der Kühle des Foyers im ehemaligen Metropol-Kino, lässt den Blick durch die Eingangshalle schweifen, und weiß: das da ist jetzt meine neue Heimat. Dass Greven jetzt in Penzberg gelandet ist, scheint irgendwie eine logische Fügung zu sein. Hier hat er nämlich vor 25 Jahren die Idee für eine Konzertreihe geboren, die er dann, weil man in der Stadt damals noch nicht so weit war, in Iffeldorf aus der Taufe gehoben hat. Der Wahlpenzberger zog dann auch an die Osterseen, machte die Meisterkonzerte zu einer äußerst renommierten Sache und ließ die Galerie folgen. Dann der Abschied aus Iffeldorf. Greven war jetzt wieder Penzberger, und Penzberg hatte ein Problem: ein Kino, das keines mehr war und wegen des Geldes keine Musikschule werden durfte. Irgendwann sind sich Greven und Bürgermeisterin Elke Zehetner dann über den Weg gelaufen. Von da an war es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Metropol-Foyer zur Galerie wurde.

Auch wenn ihm in Iffeldorf die Großen der Zunft die Türe eingerannt sind, weil sie bei ihm ausstellen wollten, ist der Penzberger Neubeginn für Greven kein Selbstläufer. Entsprechend vorsichtig geht er zu Werke und zeigt in der Premierenausstellung ausschließlich eigene Sachen. Einen ganzen Zyklus, den er mit bekannt spitzem Stift dem Fluch des Handys gewidmet. Titel: „Smartphone - das et-was andere Hirn“. „Für mich ist diese Ausstellung ein Trockenlauf am neuen Standort der Galerie“, sagt Greven. Will heißen: Er will erstmal schauen, wie es dort so läuft, wie der Zuspruch des Publikums gibt und wo man noch was verbessern kann. Ende September oder Anfang Oktober soll dann die nächste Ausstellung mit Werken anderer Graphiker oder Karikaturisten folgen. Mit wem, weiß Greven noch nicht. Angebote hat er ge-nug, sein Name ist in der Zunft noch immer eine Hausnummer. Der so wunderbare Zeichner Papan etwa hat ihm versichert: „Bei Dir würde ich sofort ausstellen.“ Darüber hat sich Egbert Greven genauso gefreut wie über jene 7.000 Euro, die er von der Kulturgemeinschaft als Starthilfe erhalten hat. „Das zeigt eine gewisse Wertschätzung“, meint er.

Die Smartphone-Ausstellung von Egbert Greven ist von 25. Juli bis 30. August am Samstag, Sonntag und Mittwoch jeweils von 15 bis 17.30 Uhr zu sehen. la (mehr dazu in der Printausgabe)

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