Eine Stadt, zu schön für eine andere Partei

Die neu formierte Vorstandschaft der Penzberger CSU: Monika Engel, Anton Panholzer, Christine Stotz, Alexander Bauch, Thomas Heinemeyer, Christian Braun, Michael Schmatz, André Anderl, Iris Ihßen, Helmut Tengg und Werner Leiter (von links).

Die Penzberger CSU will bei der Kommunalwahl 2014 „nicht auf Platz, sondern auf Sieg spielen“. Der neue Ortsvorsitzende Michael Schmatz trat schon vor seiner Kür bei den turnusmäßigen Neuwahlen merklich selbstbewusst auf. „Mein Ziel ist es, dass wir den künftig den ersten Bürgermeister stellen und stärkste Fraktion im Stadtrat werden. Ab 2014 darf es nicht mehr möglich sein, gegen die CSU Politik zu machen“, rief Schmatz aus. Bei der Jahreshauptversammlung der Christsozialen im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“, trat der 49-jährige Sozialversicherungswirt die Nachfolge von André Anderl an, der nach vier Jahren an der Spitze des Ortsverbandes aus beruflichen Gründen auf eine Wiederwahl verzichtet hatte und künftig als stellvertretender Ortsvorsitzender fungiert.

Bevor Anderl mit gerade 14 Stimmen zu einem von drei Stellvertretern gewählt wurde, hatte er ein positives Fazit seiner Amtszeit gezogen: „Wir liegen bei der Werbung von neuen Mitgliedern weit vor den anderen Ortsverbänden im Landkreis“, betonte Anderl, der selbst 51 Menschen persönlich davon überzeugte, dass sie bei der CSU am besten aufgehoben seien. „Außerdem haben wir den größten Ortsverband der Jungen Union“, sagte der scheidende Vorsitzende. Die CSU ist seiner Ansicht nach „auf einem guten Weg“ und werde von den Bürgern „positiv wahrgenommen“. Neben den großen, offenen Fragen der Stadtpolitik wie die Sanierung der Stadthalle, die Zukunft der Musikschule oder die Gestaltung des Stadtplatzes kümmere sich die CSU um vermeintlich kleinere Dinge, die den Menschen am Herzen liegen. Anderl nannte hier exemplarisch sein Engagement für mehr Verkehrssicherheit vor Realschule und Gymnasium, was „durch eine andere Taktung der Ampel an der Hauptkreuzung erreicht wurde“. Seine berufliche Überlastung ermögliche es ihm derzeit aber nicht, den Ortsverband mit vollem Einsatz zu führen, begründete Anderl seinen Rückzug auf einen von drei Stellvertreterposten. Dass die CSU politisch sehr aktiv sei, habe man auch schon bei der SPD registriert, merkte Wilfried Lehmann, der Sprecher der Stadtratsfraktion an. Erst kürzlich habe ihm sein SPD-Kollege Adrian Leinweber etwas verwundert bestätigt: „Man hat den Eindruck, dass ihr euer Wahlprogramm umsetzt.“ Lehmann fasste dies durchaus als Kompliment auf, auch wenn er einräumte, dass manchen in der Partei die CSU im Stadtrat als „zu brav“ erscheine. Dass dieser Eindruck bisweilen entstehe, führt Lehmann vor allem auf zwei Umstände zurück. Zum einen sei man sich bei den derzeit wichtigen Themen wie Kindergartenplätzen, Wasserrückhaltung, Kunstra- senplätzen oder der Bahnüberführung in Edenhof mit den Sozialdemokraten einig. Hinzu komme aber auch, „dass die SPD zu wenig Angriffsflächen bietet, weil sie taktiert und vor einer Abstimmung häufig erst einmal den Sitzungsverlauf abwartet“. Für seine Verhältnisse ungewöhnlich deutliche Worte fand Lehmann indes für die BfP. Lehmann kritisierte die nicht enden wollende Flut an BfP-Anträgen, „die höchstens eine Erfolgsquote von zehn Prozent haben, aber der Verwaltung und allen anderen Stadträten einen immensen Zeitaufwand bescheren“. Im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsberatungen erklärte Lehmann darüber hinaus, dass nach Ansicht der CSU der Verwaltungshaushalt der Stadt nach wie vor viel zu groß sei. „Wir haben schon vor zwei Jahren die hohen Personalkosten der Stadtverwaltung angemahnt, aber bis jetzt keine Veränderung bemerkt“, erklärte er. Um Mittel für neue Investitionen zur Verfügung zu haben, sei es aber unerlässlich, das Volumen des Verwaltungshaushalts zu verkleinern. Nach seiner Wahl an die Spitze des Ortsverbandes erklärte Michael Schmatz, dass er die Penzberger CSU zu einem Dienstleister machen möchte. Damit bezog er sich auf die geplanten Stammtische, die nicht einfach bloß ein lockeres Beisammensein, sondern jeweils mit einem Schwerpunktthema wie etwa Rentenbeantragung oder Erbschaftssteuer ausgestattet werden sollen. Und er wurde mit Blick auf 2014 noch einmal kämpferisch, als er sagte: „Penzberg ist viel zu schön, um die politische Verantwortung einer anderes Partei als der CSU zu überlassen.“ Bei den Neuwahlen wurde die Vorstandschaft hinter Michael Schmatz wie folgt komplettiert: André Anderl, Christian Braun (stellvertretende Ortsvorsitzende), Iris Ihßen (Schatzmeisterin), Claudia Sonnleitner (Schriftführerin) sowie Alexander Bauch, Monika Engel, Thomas Heinemeyer, Tobias Lechner, Werner Leitner, Alexander Metreweli, Anton Panholzer, Stefanie Pöll und Christine Stotz (alle Beisitzer).

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