Nur eine Zone in der Innenstadt

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ANDRÉ LIEBE, Penzberg - Die Penzberger Geschäftswelt kann aufatmen: Wenn in der Stadt am 1. März die kommunale Verkehrsüberwachung startet, dann gibt es kaum Veränderungen gegenüber dem Status quo. Der Stadtrat verständigte sich für die Parkraumbewirtschaftung auf eine Variante, die den Einzelhändlern weitgehend entgegen kommt. Nachdem die Geschäftsleute zuvor vehement gegen die Einteilung der Innenstadt in zwei Parkzonen protestiert hatten, wollte die Politik hier nicht auf Konfrontationskurs gehen. Es wird somit für die Bahnhofstraße und deren Nebenstraßen wie bisher nur eine Zone mit einer maximalen Parkdauer von zwei Stunden geben, wobei 50 Cent pro Stunde zu entrichten sind. Für die Parkplätze am Bahnhof und an der Sigmundstraße bei der Christkönig-Kirche gilt ebenfalls für maximal zwei Stunden eine Parkscheibenregelung. Und samstags darf ab 12 Uhr überall kostenlos geparkt werden. Auf die zunächst angedachte Einführung einer „Brezentaste“ an den Parkscheinautomaten für einen kurzen Besuch beim Metzger oder Bäcker wird aus Kostengründen verzichtet. Dafür darf nun in der gesamten Zone zehn Minuten lang kostenlos geparkt werden. Kontrolliert wird das alles von den Mitarbeitern der kommunalen Verkehrsüberwachung, die ab März unterwegs sind. Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann aber sicherte schon mal ein sehr kulantes Vorgehen zu. „Wir sind hier nicht auf Gewinnoptimierung aus“, sagte er. Die Kontrolleure werden pro Monat 100 Stun- den auf Tour sein, doch obliegt es der Stadt, genaue zeitliche Vorgaben dafür zu machen. SPD-Fraktionssprecher Michael Zöller sprach von einer „sehr vernünftigen“ Lösung, da rund die Hälfte der in der Innenstadt einen Parkplatz suchenden Autofahrer ohnehin nicht länger als 15 Minuten stehen bleibe. Mit der nun gefundenen Regelung werde Penzberg seinem Anspruch als attraktive Einkaufsstadt vollauf gerecht. Die vom Stadtrat verabschiedeten Vorgaben zielen nämlich nicht auf die Kunden, sondern vielmehr auf die Mitarbeiter der Geschäfte, die häufig als Dauerparker die Stellflächen blockieren. Deshalb sollen die Geschäftsleute nun auf ihre Belegschaft einwirken, zum Parken in die Randbereich auszuweichen. Zumindest in der Maistraße erwartet Klaus Adler (Grüne) schon bald eine Entzerrung, wenn der letzte G 9-Jahrgang das Gymnasium verlassen hat. „Die künftigen Abiturienten sind jünger, da kommen viel weniger mit dem Auto in die Schule“, sagte er. Dessen ungeachtet, sieht auch Peter Holzmann die Notwendigkeit gegeben, „dass gerade für die Dauerparker in Zentrumsnähe zusätzliche Stellplätze geschaffen werden“. Adrian Leinweber (SPD) wollte dies nicht bestreiten, er empfahl jedoch, erst einmal abzuwarten und Erfahrungen zu sammeln. Sollte sich die Problematik mit den Dauerparkern nicht entzerren, so Leinweber, dann müsse man wohl Parklizenzen an die Anwohner ausgeben.

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