Suche nach dem Petitum

Tempo 60 in Untereurach: Bürgerinitiative um Hans-Dieter Necker hofft auf Hilfe aus dem Landtag

1 von 4
Hans-Dieter Necker (links) und Gerhard Kerfers (Mitte) erläutern die Lage, der Landtagsabgeordnete Andreas Krahl (rechts) hört zu.
2 von 4
Andreas Krahl nimmt die Pläne in Augenschein. Martina Ott schaut ihm über die Schultern.
3 von 4
Diskutieren rege: Hans-Dieter Necker, Gerhard Kerfers, Isolde Künstler und Johannes Wagner (von links).
4 von 4
Lauschen: die Landtagsabgeordneten Andreas Krahl (links) und Florian Ritter.

Iffeldorf – Es rauscht und brummt, als Johannes Wagner an der Waldstraße in Untereurach steht, wobei von dem kleinen Mann nicht viel zu sehen ist, sein Unterleib verschwindet hinter einer Tafel. Darauf die Straße, auf der er gerade steht, und die Umgebung drumherum. Anhand dieser Tafel möchte er, gemeinsam mit Hans-Dieter Necker und Gerhard Kerfers von der Initiative Bürger für Untereurach den Landtagsabgeordneten Andreas Krahl (Grüne) und Florian Ritter (SPD) erläutern, wofür sie seit vier Jahren kämpfen: für mehr Sicherheit und weniger Lärm in Untereurach.

Normalerweise stören Necker, Wagner und Kerfers die zu schnellen Autos, der Gestank der Abgase und der Lärm vom Autobahnende bis über das Ortsschild im Norden gewaltig. Doch am Montag kommt ihnen all das gerade recht. Da steht das Trio gemeinsam mit Andreas Krahl und Florian Ritter an der Kochler Straße an der Einmündung zur Waldstraße mit dem Verkehr im Rücken und schildert im Beisein der Iffeldorfer Gemeinderätinnen Martina Ott und Isolde Künstler ausführlich die Lage in Untereurach, mit einer großen Tafel und weiteren Zetteln, auf denen mit farbigen Linien und Punkten eingezeichnet ist, um welche Strecke es geht und was mit den Ortsschildern passieren soll. Sowohl außerhalb der Ortsschilder bis zur Anschlussstelle der Autobahn wie auch in Richtung Seeshaupt bis zum Ende des Gewerbegebietes zeigt eine grüne Linie, wo Tempo 60 gelten soll. „Der Antrag ist von Oktober 2016“, sagt Necker. Der Verkehr sei mittlerweile aber noch mehr geworden. Vor vier Jahren habe man an einem Tag binnen 14 Stunden rund 10.500 Autos gezählt, sagt Kerfers, „in Stoßzeiten alle drei Sekunden ein Fahrzeug“. Inzwischen, davon ist er überzeugt, müssten es deutlich mehr sein, 12.000 bis 13.000, schätzt er. Auch die Lärmberechnung, die einst gemacht wurde, sei fehlerhaft. Dass man auf dem Weg zur Temporeduzierung bereits einiges erreicht hat, will das Trio aber nicht verschweigen. So habe die Gemeinde, welche die Initiative stets unterstütze, Geschwindigkeitswarnanlagen an den Ortseingängen installiert und das Staatliche Bauamt hat Mittelinseln errichtet. Krahl und Ritter lauschen und zeigen Verständnis für das Bestreben, die Ortsschilder zu versetzen, was in Seeshaupt und Bernried umgesetzt wurde, aber eben nicht in Iffeldorf. Warum, können Necker & Co. nicht verstehen, „es werden fadenscheinige Argumente aufgeführt“, sagt Kerfers. Ritter will da wissen, ob die Polizei zur Situation befragt wurde. Das Trio nickt. „Die sieht nur die Unfallzahlen“, sagt Kerfers. Viel kracht es auf der Strecke wohl nicht. „Muss man erst auf den Friedhof gehen, bis was passiert?“, fragt da nun Necker in die Runde, nichts anderes als ein Kopfschütteln erwartend.

Ritter und Krahl raten dem Trio, die seit einer Unterschriftenaktion rund 800 Iffeldorfer auf ihrer Seite wissen, eine Petition einzureichen, um der Sache „neuen Schub“ zu verleihen“, so Ritter. Damit könne man herausfinden, wie die Staatsregierung die Rechtslage beurteilt und welchen Spielraum die Kommune in der Angelegenheit hat. Wichtig sei jedoch, dass die Männer ein genaues Petitum, also ein Ziel, formulieren, das dem Landtag nicht nahelegt, dem Landkreis etwas vorzuschreiben, „das wäre verfassungswidrig“, betont Ritter. Nun wollen Necker & Co. eine Petition verfassen, über die Ritter und Krahl sicherheitshalber noch einmal drüberschauen sollen. ra

Auch interessant

Meistgelesen

Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne
Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne
Keine Aussicht auf Erfolg: Petition gegen Abriss des Verstärkeramtes zurückgezogen
Keine Aussicht auf Erfolg: Petition gegen Abriss des Verstärkeramtes zurückgezogen
Wangenknochen und Jochbein gebrochen: Unbekannter schlägt Penzberger ins Gesicht
Wangenknochen und Jochbein gebrochen: Unbekannter schlägt Penzberger ins Gesicht
Mann verliert auf der A95 bei Tempo 180 die Kontrolle über sein Fahrzeug
Mann verliert auf der A95 bei Tempo 180 die Kontrolle über sein Fahrzeug

Kommentare