Geringe Nachfrage

Für Benediktbeuerns Einheimischenmodell interessieren sich nur 40 Familien

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Noch eine Brache: Westlich des neuen Feuerwehrhauses warten 19 Parzellen auf künftige Bauherren. Wer hier zum Zug kommt, ist aber noch offen.

Benediktbeuern – Ende Januar war Bewerbungsschluss für das Einheimischenmodell „Westlich neues Feuerwehrhaus“. Von ursprünglich 171 vorgemerkten Interessenten reichten aber nur 40 tatsächlich einen Antrag ein. 

Auf 19 Parzellen dürfen vier Doppelhaushälften, drei Dreispänner und zwei Zweifamilienhäuser mit überein­ander angeordneten Wohneinheiten errichtet werden. Die Grundstücke sind zwischen 190 und rund 500 Quadratmeter groß und kosten 350 Euro pro Quadratmeter. Wer sich zuerst eine Parzelle aussuchen darf, hängt von der erreichten Punktzahl anhand des Richtlinienkatalogs ab, welchen die Gemeinde in einem monatelangen, juristisch begleiteten Prozess ausgearbeitet hat, damit alles EU-konform und unanfechtbar ist. 

Wer selbst oder über die Eltern noch kein Baugrundstück in der Gemeinde hat, als Ehepaar mit seinem zu versteuernden Jahreseinkommen nicht über 87.090 Euro (Alleinstehende 43.545 Euro, Freibetrag pro Kind 7.620 Euro) liegt und nicht mehr als 275.000 Euro Vermögen besitzt, erfüllt schon mal die notwendigen Kriterien. Punkte vergeben werden unter anderem für die Anzahl der Kinder, behinderte oder pflegebedürftige Haushaltsangehörige, die Dauer des Hauptwohnsitzes oder der Berufsausübung in der Gemeinde sowie ehrenamtliches Engagement. Auch die Unterschreitung der Einkommensgrenze wird mit Punkten belohnt. 

„Wir hätten mit mehr Bewerbern gerechnet“, teilt Petra Süsens mit. Die Geschäftsleiterin der Verwaltungsgemeinschaft vermutet, dass die Einkommens- und Vermögensgrenzen, vielleicht auch der Ausschluss von elterlichem Grund- oder Immobilienbesitz, für viele ausschlaggebend waren, nicht in den Bewerbungsprozess einzusteigen. Zudem müsse auch die Finanzierbarkeit von Grunderwerb und Bauvorhaben nachgewiesen werden, ergänzt Süsens. Als groben Richtwert hatte Bürgermeister Toni Ortlieb, der als Sparkassenbetriebswirt in der Materie sattelfest ist, bei der Informationsveranstaltung hierfür 500.000 bis 600.000 Euro in den Raum gestellt. 

Die Prüfung der Unterlagen durch die Münchner Kanzlei wird laut Süsens etwa zwei Monate in Anspruch nehmen, dann liegt der Vorgang wieder beim Gemeinderat. „Wenn alles glatt läuft, könnten im Mai die ersten Verträge unterzeichnet werden“, stellt die Geschäftsleiterin in Aussicht. Spannend wird es in jedem Fall, denn je nach erreichter Punktzahl dürfen sich die ersten 21 Antragsteller eine der 19 Parzellen aussuchen, woraus nach und nach die nachbarschaftliche Konstellation entsteht. Und diese dürfte insbesondere bei den beiden Zweifamilienhäusern relevant sein, denn bei den übereinander liegenden Wohneinheiten müssen sich die Parteien dann auch einigen, wer oben und wer unten einziehen wird. 

Die Grundstücke sind von Seiten der Gemeinde fertig erschlossen. Nach Vertragsabschluss muss innerhalb von drei Jahren der Rohbau begonnen werden, innerhalb von fünf Jahren der Einzug erfolgen und die Käufer mindestens 20 Jahre selbst im Haus wohnen bleiben. Andernfalls hätte die Gemeinde ein Rückkaufsrecht. cw

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