HAP: Gespräch von Betriebsrat und Arbeitgeber ergebnislos

Neuer Termin im Mai

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Penzberg - „Es gab keine Einigung, es gab keine Entscheidung“: Frustriert berichtet Thomas Nachtmann, Betriebsratsvorsitzende des Automobilzulieferers Hörmann Automotive Penzberg vom Einigungsstellentermin, zu dem sich IG Metall und Betriebsrat sowie Unternehmensleitung in Penzberg getroffen hatten.

Vereinbart wurde lediglich ein Termin für ein neuerliches Gespräch am 10. Mai.Auch wenn das Treffen ergebnislos verlief, so kam Nachtmann nicht positiv gestimmt aus den Gesprächen heraus. „Unsere Befürchtungen haben sich nicht zerstreut“, sagt der Betriebstsvorsitzende. Nach wie vor steht im Raum, dass bis zu 400 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Schlimmstenfalls fällt der Standort komplett weg, wird das Werk geschlossen. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt Thomas Nachtmann ratlos zur Stimmung an der Seeshaupter Straße.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die äußerst defensive Informationspolitik der Konzernzentrale in Kirchseeon. „Das ist die mit dem Betriebsrat und der IG Metall vereinbarte Kommunikation als Ergebnis des Termins: Die Einigungsstelle hat die Entscheidung vertagt. Es wurde ein weiterer Verhandlungstermin im Mai 2019 vereinbart“, heißt es in dürren Zeilen. Thomas Nachtmann hat seine eigene Deutungsweise dafür gefunden: „Ich habe das Gefühl, wir werden hingehalten. Hörmann spielt nicht mit offenen Karten.“

Vorerst werden keine Arbeitsteile ins slowakische Werk Banovce verlagert. Dieser Plan ist Teil des Zukunfskonzepts von HAP, das unter anderem auch den Abbau von bis zu 400 der etwa 630 Mitarbeiter im Penzberger Werk vorsieht. Doch selbst für dieses Zukunftskonzept sichert die Konzernzentrale in Kirchseeon noch keine Finanzierung zu. Darüber hinaus gab es ebenfalls keine Zusage von der Unternehmensleitung, dass im Falle eines massiven Stellenabbaus die Restrukturierungskosten für Versetzungen, Abfindungen und der Rahmensozialplan übernommen werden. „Hörmann kommt nicht in die Gänge. Es gibt kein Gesamtkonzept, es bleibt eine Hängepartie“, kritisiert Nachtmann.

Bis zum 20. April soll der Arbeitgeber nun Vorschläge erarbeiten, zu denen sich der Betriebsrat danach äußern kann, ehe am 10. Mai die nächste Einigungsrunde ansteht.akr

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