Freude über den Neustart

Nach fünf Wochen Lockdown dürfen ab Montag die Geschäfte wieder öffnen

1 von 3
Leere Straßen, geschlossene Läden und dazwischen schon ein wenig Vorfreude, auf das, was jetzt kommen soll: Noch ist Penzbergs Innenstadt beinahe verwaist, am Montag aber dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Die Baumgartners lassen in ihren Laden deshalb schon mal frische Luft rein.
2 von 3
Leere Straßen, geschlossene Läden und dazwischen schon ein wenig Vorfreude, auf das, was jetzt kommen soll: Noch ist Penzbergs Innenstadt beinahe verwaist, am Montag aber dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Die Baumgartners lassen in ihren Laden deshalb schon mal frische Luft rein.
3 von 3
Leere Straßen, geschlossene Läden und dazwischen schon ein wenig Vorfreude, auf das, was jetzt kommen soll: Noch ist Penzbergs Innenstadt beinahe verwaist, am Montag aber dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Die Baumgartners lassen in ihren Laden deshalb schon mal frische Luft rein.

Penzberg – Der 18. März wird als ein denkwürdiger Tag in Erinnerung bleiben. Geschäfte, die tags zuvor für Ostern dekoriert hatten, Unternehmer und Mitarbeiter, die hofften, dass die coronabedingten Einschränkungen an ihnen vorüberziehen mögen, sahen sich plötzlich hinter verschlossenen Türen.

Penzberg fiel augenblicklich in eine Art Dornröschenschlaf, gähnende Leere auf dem Stadtplatz, freie Parkplätze in der gesamten Innenstadt, wenige Menschen auf den Gehwegen. Nur im Bereich der Hauptkreuzung tummelten sich noch die letzten Klopapier- und Drogerieartikeljäger zwischen Apotheke und Drogerien. 

Die Schockstarre hielt bei den meisten Unternehmern nicht lange an. So überraschten viele Einzelhändler mit frischen, witzigen Ideen wie „Gute-Laune-Erlebnis-Blumensträuße“, die auf Wunsch geliefert wurden, Weinkartons, die per Drive-by bestellt und mitgenommen werden konnten, Yoga- und Fitnessprogramme per Skype und Zoom. Auch die Einzelhändler in der Innenstadt gaben sich alle Mühe, lieferten Bücher, packten Osternester mit Überraschungen und trendigen Teilen und gaben den ein oder anderen Dekoartikel schon mal zur geöffneten Ladentür hinaus. Penzberg und die Gemeinden im Umland wurden kreativ: Bei Wohnkultur Baumgartner etwa blieb man zwar auf einigen Osterdekoartikeln sitzen, aber Kundentermine konnten wahrgenommen werden, bestehende Aufträge wurden abgearbeitet und die Auslage strahlt nun im Sommerlook. Michael Pisch von Handymedia konnte seinen Kunden wiederum fast den vollen Service online bieten: „Wir waren positiv überrascht, aber nichtsdestotrotz ist es kein Vergleich zu einem persönlichen Kundenkontakt.“ Und Angelika Weißhaupt aus Benediktbeuern erzählt: „Meine Töchter haben Hilferufe für unseren Werkstattservice auf Instagram und Facebook gepostet.“ Trotz geschlossenem Verkauf haben sie so auf den Reparaturservice ihrer Firma aufmerksam machen. 

Nun ist es ab Montag endlich wieder so weit, nach fünfeinhalb Wochen dürfen Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern wieder ihre Türen öffnen, zwar unter strengen Auflagen, aber immerhin. Zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist ab Montag jeder Bürger verpflichtet und somit selbst in der Verantwortung darauf zu achten, nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch in Geschäften und bei Dienstleistern aller Art. Viele Läden haben zudem viel Zeit und Geld in die notwendigen Schutzmaßnahmen investiert. So lässt man bei Handymedia etwa nur zwei Kunden auf einmal in den Laden. Nachdem man sich am Spender neben dem Eingang die Hände desinfiziert hat, geht man zu den hinter Plexiglas geschützten Beratern an den Tresen. Als Angebot zur Wiedereröffnung gibt es bei Michael Pisch für einen abgeschlossenen Vertrag ein Handyzubehör als Gratiszugabe. 

Auch die Raumgestalter und Innenausstatter stehen in den Startlöchern: „Wir freuen uns riesig, dass wir wieder öffnen dürfen“, sagt There­sia Baumgartner. In ihrem Wohnkultur-Laden strahlen einem schon die frischen Farben von Kissen und Tischwäsche entgegen. „Jetzt kann man es sich zu Hause schön sommerlich einrichten“, freut sich Baumgartner und empfängt ab Montag ihre Kunden mit Mund-Nasen-Bedeckung und Desinfektionsspender für die Hände. Auch in Benediktbeuern legt Johanna Nonnenmacher mit Bauer Raumgestaltung wieder los. „Viele Kunden haben schon unseren Sonnenschutz angefragt, und für luftige Gardinen ist jetzt die perfekte Zeit“, betont sie. Im Benediktbeurer Gewerbegebiet warten zudem Mountainbikes, E-Bikes und sonstiges Gefährte, die jede Menge Spaß versprechen, bei der Firma Weißhaupt auf Interessenten. „Am besten ist es, wenn man vorab telefonisch einen Termin bei uns vereinbart. Dann können wir uns Zeit für ein Beratungsgespräch nehmen. Und auch Probefahrten steht nichts im Weg“, so Angelika Weißhaupt. Auch beim Peugeot Auto­haus Wolf in Penzberg bittet Katrin Meindl um telefonische Terminvereinbarung. „Damit können wir besser planen, Abstände einhalten und Beratungen und Probefahrten koordinieren“, erklärt sie. Ganz entspannt ist Georg Siegert vom Schlafstudio Siegert. „Wir haben einige Beratungen von zu Hause aus gemacht, aber nun sind wir froh, wieder öffnen zu können“, meint der Penzberger Geschäftsmann. Auf seinen rund 400 Quadratmetern findet laut Siegert „kein großer Kundenverkehr“ statt, denn die Interessenten machen auch hier meist vorab Beratungstermine aus. „Einige haben schon angekündigt, ihr nun gespartes Urlaubsgeld in ein neues Bett zu investieren, was uns natürlich sehr freut. Und das Gute daran ist, der Entspannungseffekt ist nicht nach zwei Wochen dahin, sondern hält für Jahre an“, versichert Siegert. 

Ebenso sieht es Frank Seller von Betten Stern in Benediktbeuern: „Unsere Kunden können zwar auch per Internet bestellen, doch man will die Stoffe anfassen, die Matratze probeliegen und die Decken spüren.“ Aber auch während des Lockdowns war man bei Betten Stern nicht untätig: Da hat der Handwerksbetrieb nicht nur seinen Reinigungsservice am Laufen gehalten, sondern auch noch Mund-Nasen-Bedeckungen unentgeltlich für das Altenheim, die Feuerwehr und die Pflegedienstmitarbeiter genäht. au

Auch interessant

Meistgelesen

Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne
Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs
Keine Aussicht auf Erfolg: Petition gegen Abriss des Verstärkeramtes zurückgezogen
Keine Aussicht auf Erfolg: Petition gegen Abriss des Verstärkeramtes zurückgezogen

Kommentare