Existenzkampf der Eisenbahner

ESV Penzberg will Sportgelände an der Fischhaberstraße erwerben

+
Soll in Eisenbahnerhände: das Areal an der Fischhaberstraße 33.

Penzberg – Ausgerechnet am großen Festwochenende, dem Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Stadt Penzberg, beruft der ESV Penzberg eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein. Doch der Verein hat gute Gründe dafür. 

Er ist über 60 Jahre alt und kämpft nun um sein Überleben, der ESV Penzberg. In wenigen Jahren läuft der Pachtvertrag für das Areal an der Fischhaberstraße mit dem Bundesbahnvermögen (BEV) aus. Ob dann ein weiterer folgt, ist ungewiss, und wenn, „dann nur mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren sowie mit drastisch höheren Pachtzahlungen“, heißt es von der ESV-Vorstandschaft, die am 13. Juli eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen hat. Der Grund: es besteht die Möglichkeit das Gelände zu erwerben. 

Eigentlich hätte auch Penzberg die Möglichkeit die Breitensport-Fläche zu kaufen. Von ihrem Vorkaufsrecht könnte die Stadt aber nur dann Gebrauch machen, wenn sie das Gelände für einen Zweck nutzt, der „dem Gemeinbedarf dient“, stellt Bürgermeisterin Elke Zehetner klar. Doch die Stadt denkt gar nicht daran, das Areal zu erwerben, vielmehr möchte sie dem wohl größten Interessenten beim Erwerb unterstützen, den Eisenbahner Sportverein (ESV). In einer nicht-öffentlichen Sitzung habe der Stadtrat beschlossen, dem ESV einen Zuschuss von 250.000 Euro für den Erwerb zuzusprechen, sagt die Rathauschefin, die betont, dass keine Wohnbebauung und auch kein Hotel auf der Fläche Platz finden sollen. 

Ein Zuschuss, den der Verein gut gebrauchen kann, denn ein Gutachten, das der BEV in Auftrag gegeben hat, habe für das Gelände mit gut 20.000 Quadratmetern einen Kaufpreis von rund einer halben Million Euro ergeben, heißt es in einem Schreiben der Vorstandschaft an die Mitglieder. Hinzu kommen die Grund­erwerbssteuer und auch Nebenkosten in Höhe von etwa 45.000 Euro. Doch die Gelegenheit, das Areal zu kaufen, will man sich nicht entgehen lassen, schließlich könne man „damit unser aller Heimat an der Fischhaberstraße langfristig“ bewahren, so der Vorstand weiter an seine Mitglieder. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die zum Leidwesen von Zehetner ausgerechnet am Festwochenende zum Stadtjubiläum stattfindet, soll über den möglichen Erwerb gesprochen werden. 

Wie der Verein den Kauf finanzieren möchte, zeigt sich bereits anhand einiger geplanter Aktionen, darunter ein Spendenlauf Mitte Juli, ein Freundschaftsspiel gegen die Ü40 AH des FC Bayern München, jährliche Terrassenfeste und Jugend- und Hobbyturniere. Außerdem soll der Jahresmitgliedsbeitrag um 20 Euro erhöht werden, schließlich sei der Erwerb des Geländes nur möglich, „wenn wir Mitglieder bereit sind, unseren Beitrag zu leisten“, so die Vorstandschaft. Außerdem sollen neue Werbepartner sowie Penzberger Firmen als Spender gewonnen werden und auch eine Patenschaftsaktion ist geplant, bei welcher ein Sportsfreund zu einem Quadratmeterpreis von einem Euro zum Paten für einen Platzteiles werden kann, jedoch für mindestens 100 Quadratmeter und damit für 100 Euro im Jahr. ra

Auch interessant

Meistgelesen

Hörmann Automotive Penzberg: Im Schnitt erhält jeder Mitarbeiter eine Abfindung über 30.000 Euro
Hörmann Automotive Penzberg: Im Schnitt erhält jeder Mitarbeiter eine Abfindung über 30.000 Euro
Mit Korpan an der Spitze in den Wahlkampf: CSU stellt Liste der Stadtratskandidaten auf
Mit Korpan an der Spitze in den Wahlkampf: CSU stellt Liste der Stadtratskandidaten auf
Rund 1.600 Teilnehmer lassen sich im Dauerregen den Spaß am Festzug nicht nehmen
Rund 1.600 Teilnehmer lassen sich im Dauerregen den Spaß am Festzug nicht nehmen
„Penzberg – katholisch“: Ausstellung im Pfarrzentrum offenbart Erstaunliches
„Penzberg – katholisch“: Ausstellung im Pfarrzentrum offenbart Erstaunliches

Kommentare