Sternfahrt Penzberg: E-Fahrzeuge gehen an den Start

Rallye ohne Rumoren

Außen wie eine Benziner, aber im Herzen ein Umweltfreund: Ein E-Auto wird von Bürgermeisterin Elke Zehetner und ihrem Stellvertreter Ludwig Schmuck unter die Lupe genommen.

Penzberg - Die Luft ist benzingetränkt, das Qualmen der Motoren erzeugt einen dichten künstlichen Nebel, der die Fahrzeuge umhüllt: So sieht für gewöhnlich der Start einer Auto-Rallye aus. Nicht so bei der größten Elektromobilitätsrallye, an welcher auch Penzberg teilnimmt.

In die vierte Runde geht und die vierte Runde dreht die Energiewende Oberland (EWO) mit ihrer erneuten Teilnahme an der größten Elektromobilitätsrallye in Deutschland, der eRUDA (elektrisch Rund Um Den Ammersee). Bereits 257 E-Fahrzeuge sind für die Sternfahrt registriert - ein Teilnehmerrekord. Dabei ist es nicht von Belang, auf wie vielen Rädern der Motor gleitet, E-Autos, E-Motorräder oder E-Bikes können angemeldet werden und mitfahren.

Die Sternfahrt ermöglicht den E-Mobilisten, die aus allen Himmelsrichtungen kommen, Erfahrungen auszutauschen. Und auch Neulinge können an der Rallye teilnehmen und erleben, wie es sich anfühlt, mit einem elektrisch betriebenen Fahrzeug unterwegs zu sein: „Wer kein eigenes E-Fahrzeug besitzt, kann sich trotzdem anmelden und zumindest in einem Auto mitfahren, wenn nicht sogar selbst am Steuer sitzen“, erläutert Stefan Drexlmeier, Leiter der EWO-Geschäftsstelle. Die Bürgerstiftung setzt sich seit 13 Jahren für die Energiewende und kohlenstoffdioxidfreundliche Mobilität im Oberland ein. Mit der Sternfahrt möchte EWO die Faszination für eine besondere Form der Mobilität wecken: für die klimaschonende. Schließlich stammen ein Drittel der Kohlenstoffdioxid-Emissionen der Region aus der Mobilität. Und so ist das Engagement für E-Fahrzeuge für Drexlmeier ein wichtiger Schritt zum Wandel: „Klimafreundliche Energie, Wertschöpfung fürs Oberland und mit dem E-Fahrzeug nahezu lautlos dahingleiten – unsere Sternfahrt zur eRUDA macht richtig Lust, zukunftsweisend unterwegs zu sein.“

Die Teilnehmer der Sternfahrt gehen am Sonntag, 7. Oktober, an fünf Orten im Oberland an den Start: Frühaufsteher sind in Miesbach gefragt, dort verlassen die E-Fahrzeuge bereits um 7.40 Uhr ihre Parkposition. Auch in Garmisch-Partenkirchen geht es früh hinters Steuer: dort rollen die Gurte schon um 7.50 Uhr. In Bad Tölz ertönen die leisen Motoren um 8.00 Uhr und die Penzberger und Schongauer Teilnehmer lassen den Strom um 8.20 Uhr fließen. Alle Teilnehmenden steuern dann das erste Etappenziel an: Weilheim. Dort trifft sich die Sternfahrt der EWO mit der Rallye-Gruppe der eRUDA. Pünktlichkeit ist auch an diesem Tag eine Tugend: Genau um 8.50 Uhr müssen die E-Mobilisten an Ort und Stelle sein, um ihre Fahrzeuge zu einem überdimensionalen Stecker zu formieren, der aus der Luft abgelichtet wird.

Im Anschluss wird die zweite Etappe angesteuert: die „eFly-In“ in Greiling bei Bad Tölz: Auf Deutschlands einzigem E-Flughafen können die Teilnehmer ab 11.30 Uhr bei einer einstündigen Flugshow die waghalsigen Manöver der Elektroflugzeuge bestaunen. Egal ob in der Luft oder auf dem Boden, die Energiewende Oberland möchte an diesem Tag aufzeigen, wie viel Potenzial in Strom steckt. „Umsteigen auf E-Fahrzeuge ist eine runde Sache, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt und möglichst auch aus der Region kommt – vor allem aus den Photovoltaikanlagen vor Ort. So bleibt das Geld im Oberland, fließt nicht zu den Ölmultis und dem Klima hilft es auch“, betont Josef Kellner, EWO-Vorstandsvorsitzender. ra

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