Musikalisches Elysium

Barockorchester aus Sauternes gastiert und spielt in Penzberg

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Kurz nach seiner Ankunft probt das Ensemble Musiques Anciennes unter Leitung von François-Xavier Lacroux in der Stadthalle.

Penzberg – Johannes Meyer läuft in der Stadthalle nervös und freudig auf und ab. Hinter dem Leiter der Penzberger Musikschule ertönt Musik, die immer wieder vom Dirigenten unterbrochen wird: Das Barockorchester Ensemble Musiques Anciennes (EMA) aus Sauternes in Langon ist zu Besuch in Penzberg.

Bass, Viola di Gamba, Blockflöte, Geige, Bratsche, Pauke, Fagott, Querflöte, Cello, Oboe, Cembalo und Theorb sind zu hören, bis François-Xavier Lacroux seine Musiker unterbricht und korrigiert. Der Mann, der das Barockorchester auf der Bühne in der publikumsleeren Stadthalle dirigiert, war es, der 2016, damals als Lehrer einer französischen Schulklasse, auf Meyer zu kam, um eine musikalische Kooperation zwischen Langon und Penz­berg vorzuschlagen. Aus dem Vorschlag wurde Realität. Die Franzosen sitzen nun auf der Bühne, nicht nur professionelle Musiker, sondern auch Laien, betont Meyer, der ein wenig hibbelig zwischen den Stuhlreihen hindurchhuscht, Fotos knipst und meint: „Nun sind wir dran, eine große Visitenkarte abzugeben“. Schon am heutigen Mittwoch steht das erste von zwei Konzerten an: in Ettal hallen die vibrierenden Saiten und Paukenschläge des EMA gemeinsam mit den Tönen des Kammer­orchesters und des Vocal­ensembles aus Penzberg sowie der Sopranistin Franziska Zwink, des Tenors Nikolaus Pfannkuch und des Countertenors Guillaume Del­pech um 20 Uhr durch die Klosterbasilika. Zur Aufführung gelangen Werke großer Meister wie Rameau, Telemann und Händel. Am Freitag, 1. November, ergänzen dann noch die Jugendkapelle und die Young String Players aus Penzberg die musikalische Konstellation, wenn es um 19 Uhr auf die Bühne in der Stadthalle geht. „Dann sitzen 120 Musiker hier drin“, lächelt Meyer und lauscht dem EMA bei seiner ersten Probe. Und auch, wenn das ganze Konzert ein musikalischer Genuss zu werden verspricht, so freut sich der Musikschulleiter auf ein Stück ganz besonders, auf die „Ode an die Freude“. Kaum verwunderlich, scheint Meyer in seiner elysischen Verfassung am liebsten selbst und jetzt und sofort die Komposition anstimmen zu wollen. ra

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