Abschied von den Diamanten

Mittelschule Benediktbeuern entlässt ihre Absolventen

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Allen Grund zum Strahlen hatten die zehn Buben und neun Mädchen, die in Benediktbeuern nun ihren Abschluss machten. Die besten Noten erreichten dabei Johanna Hausner (Note 1,5), Josef Gebhardt (1,7) und Kilian Ende (2,0).

Benediktbeuern – Unter Beachtung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen fand in Benediktbeuern die Entlassfeier der Mittelschüler statt. 19 Absolventen erreichten ihren Mittelschulabschluss oder Qualifizierenden Abschluss und wurden mit vielen guten Wünschen und Ratschlägen aus der Schule entlassen. Im Herbst treten sie einen Ausbildungsplatz in der Region an oder drücken im Berufsgrundschuljahr oder der Vorbereitungsklasse weiterhin die Schulbank.

Bürgermeister Anton Ortlieb gratulierte den Absolventen als Erster zu ihren guten Leistungen. In ihrer Schulzeit mit all den Höhen und Tiefen hätten sich die Schüler zu Persönlichkeiten entwickelt, die nun als Talente in die Region ausströmten. „Ihr seid ein Garant für unsere Betriebe“, lobte Ortlieb die jungen Leute, die ganz unterschiedliche Ausbildungsplätze gefunden haben, unter anderem als Bäcker, Fischwirt, Kinderpflegerin, Metzger, Optiker, Schreiner, Schlosser oder auch Zimmerer. Während der Lehrzeit sei aber weiterhin Durchhaltekraft gefragt, damit man als gute Fachkraft seinen Platz in der Gesellschaft einnehme, gab der Rathauschef den jungen Menschen mit auf den Weg. Als Vater dreier Jungs wisse er aber auch, dass das ohne Eltern nicht funktioniere. „Gerade in der Corona-Pandemie war die Belastung für die Familie durch den eingeschränkten Schulbesuch besonders hoch“, stellte Ortlieb fest. Dafür zollte er den Eltern großen Dank und bat sie, ihren Kindern immer ein guter Ratgeber zu bleiben. 

Auch Pfarrer Pater Heiner Heim hielt gute Ratschläge für die Absolventen parat. Vieles sei wegen Corona abgesagt worden, sogar das Oktoberfest und die Passionsspiele, begann Heim und leitete daraus die Frage ab, was dann im Gegensatz dazu „angesagt“ sei. Nach den Erfahrungen mit der Pandemie lautet seine Antwort: „Bescheiden werden“. Oft sei von der „neuen Normalität“ die Rede, so der Pater. Für Heim bedeutet dies, den Fokus auf „höher, weiter, teurer, schneller“ aufzugeben und „das Normale als das Wertvolle und Kostbare zu entdecken.“ 

So besonders schnell war die diesjährige Abschlussklasse ohnehin nicht, wie Konrektorin Hanna Basel in launigen Worten durchblicken ließ. Sie unterrichtete die Klasse auch im Fach Sport, für welches ein Großteil der Neuntklässler offenbar keine besondere Leidenschaft entwickelt hatte. „Für viele Jugendliche gibt es ein anderes Tempo, sie laufen dosierter“, hat Basel gelernt. Während manche von Anfang an wie die Weltmeister gelaufen seien, hätten andere immerhin eine super Endspurtarbeit hingelegt. „Die Mehrheit hat ihr Ziel erreicht, den Mittelschulabschluss oder Quali“, stellte sie fest. Von Corona habe die Klasse sogar einen Vorteil davongetragen, nämlich sieben Wochen Quali-Training, in denen Kleingruppen gezielt auf die Prüfungen vorbereitet wurden. „Das Rennen geht weiter“, verdeutlichte Basel und hatte als passenden Spruch ausgewählt: „Es ist nicht von Bedeutung, wie langsam du läufst, sondern dass du nicht stehen bleibst.“ 

Sichtlich bewegt verabschiedete sich schließlich Klassenleiterin Bettina Weißenbühler-Castan von ihren Schützlingen. Sie verglich das letzte Schuljahr mit einer gemeinsamen Wanderung auf einen steilen Berg, bei der man alle trotz mancher Stolpersteine mit zum Gipfel gezogen habe. „Ihr seid lauter Diamanten und jeder hat mein Herz erfreut“, schwärmte Weißenbühler. Jeder Einzelne hinterlasse eine Spur bei ihr und in der Schule, wo etwa „die Handwerksburschen“ unter der Schülerschaft eine Terrasse gebaut hätten. „Es sind überragende Ergebnisse rausgekommen“, freute sich die Lehrerin, die als Zeichen der Verbundenheit für alle Absolventen Freundschaftsbänder bereithielt. Die Abschlussschüler waren auch nicht mit leeren Händen gekommen und schenkten ihren Lehrern jeweils einen Schlüsselanhänger mit Flaschenöffner sowie eine gemeinsame Kutschfahrt. Dass sich in Zeiten von Corona an den offiziellen Teil keine gemeinsame Feier anschließen konnte, schmerzte Rektor Peter Mückstein wohl etwas, denn er versprach, „wenn die Pandemie rum ist“, auf der von dem Jahrgang gebauten Terrasse mit allen ein Grillfest nachzuholen. cw

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