Entscheidung soll im Frühjahr fallen

Die so genannte Nord-Variante für die Bad Heilbrunner Umfahrung würde teilweise über die heutige Langlaufloipe von der Ramsau zur Reindlschmiede führen. Wegen der massiven Eingriffe in die Landschaft hat sie aber kaum Chancen auf Verwirklichung.

Die Ergebnisse der Bürgerbefragung, welche Trasse der Bundesstraße 472 für eine Umgehung von Bad Heilbrunn am meisten Zuspruch erfährt, liegen jetzt vor. Demnach könnte sich ein Großteil der Bürger mit der Tunnellösung oder der Tieferlegung der Straße anfreunden.

Bürgermeister Thomas Gründl hatte jede Familie in der Gemeinde angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Von den einge- gangenen Rückmeldungen haben sich 254 Familien für den Tunnel unter dem Bergwald ausgesprochen. Demnach würde die Verbindung auf der Südtrasse bis Ober- enzenau führen und dann bis ins Ostfeld im Berg verschwinden, wo sie wieder auf die jetzige B 472 mündet. Mit Baukosten von über 40 Millionen Euro wäre dies zugleich die teuerste aller Varianten Die neue Trasse hätte eine Länge von rund fünf Kilometern, wobei der Tunnel allein 1,3 Kilometer lang wäre. Auf Platz zwei bei der Abstimmung kam mit 216 Voten die so genannte Variante „B 472“, die praktisch auf der bisherigen Trasse verläuft, wobei aber zwei Spuren für den Durchgangsverkehr tiefer gelegt sowie rechts und links daneben auf der jetzigen Höhe zwei weitere Fahrbahnen für den Ortsverkehr angelegt werden. Ober- und Unter-steinbach werden bei dieser Variante umfahren. Da einige Brücken notwendig werden, entstehen auch hier geschätzte Kosten in Höhe von 26 Millionen Euro. Weitere 136 Familien hatten sich für die Variante „Süd“ entschieden, bei der Ober- und Unterenzenau ebenfalls entlastet werden und die neue Trasse in südöstlicher Richtung rund hundert Meter entfernt vom Zwieselweg und dem Ludwig-Thoma-Weg in den Bergwald bis zum Ostfeld (aber oberirdisch) verlegt wird. Kostenpunkt: 20 Millionen Euro. Überraschend war, dass immerhin 83 Befragte die Nord-Trasse favorisieren, die praktisch mit einer Länge von 7,15 Kilometern weit nördlich von der Ortsmitte auf Höhe der Ramsau das Dorf umfährt und bei der Reindlschmiede auf die B 11 einmündet. Für die Teillösungen „Stallau-Süd“ und „Teil-Süd“ gab es hingegen nur wenige Befürworter. Die Bürger waren aber auch nach weiteren Lösungen befragt worden. Und da war Interessantes zu hören. So wurde gefordert, die gesamte Straße von Steinbach bis Greiling (rund 15 Kilometer) zu untertunneln, gar nichts zu machen und stattdessen den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, den Indivi- dualverkehr einzuschränken, Bad Heilbrunn zu überbrücken oder das Projekt vorerst zurückzustellen, bis klar sei, welche Entwicklung die Gemeinde in den nächsten Jahren nehmen werde. Doch so lange will der Gemeinderat nicht warten. Er will sich schon im März oder April für eine Variante entscheiden und diesen Beschluss dann ans Staatliche Bauamt in Weilheim weiterleiten. Dann wird die Behörde die Unterlagen mit eigenen Stellungnahmen ans Bundesverkehrsministerium schicken, das dann seinerseits eine Lösung erarbeitet und über den Bundestag beschließen lässt, wann und ob das Projekt in den Bundesfernstraßenbedarfsplan aufgenommen wird. Wenn alles positiv verläuft, könnten frühestens in 15 bis 20 Jahren die ersten Bagger anrollen. Deshalb hatte Landrat Josef Niedermaier bei der Bürgerversammlung die Bad Heilbrunner auch aufgefordert, bei ihrer Entscheidung nicht an das heutige, sondern an das Bad Heilbrunn in 20 Jahren zu denken. Den Bürgern selbst ist das Thema „Umfahrung“ derzeit offenbar noch nicht so wichtig. Es gab nämlich bei der Bürgerversammlung keine einzige Wortmeldung, obwohl die zuständigen Planer im Saal saßen.

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