Küblböck baut 400 Wohnungen

Edeka-Areal: Völlig neue Planung verzückt Politik und Handel

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Ein neuer Entwurf für das Edeka-Areal ließ nun Kritiker verstummen.

Penzberg – Man könnte beinahe von einer Sensation sprechen: Nach jahrelangen ergebnislosen Diskussionen um die Entwicklung des Edeka-Geländes ist nun der Durchbruch gelungen. Der Regensburger Projektentwickler Herbert Küblböck, der dort ursprünglich ein kleines Handelszentrum errichten wollte, was von den Einzelhändler aus der Innenstadt massiv bekämpft wurde, hat nun einen Entwurf präsentiert, der seine Kritiker von einer Sekunde auf die andere verstummen ließ: Auf dem weitläufigen Areal sollen in den kommenden Jahren 400 neue Wohnungen, verteilt auf zwölf Gebäude, entstehen.

Einige Fixpunkte der Küblböck-Planung sind nach wie vor unverändert: Dazu zählt die Verlagerung des E-Centers, das auf dem Areal an derer Stelle neu errichtet wird. Auch bleibt es bei der Verlagerung des Lidl-Marktes auf das Edeka-Gelände, wobei sich der Discounter der Stadt gegenüber in einer Grunddienstbarkeit verpflichtet, auf seinem Grundstück weder einen anderen Supermarkt noch einen Handelsbetrieb mit innenstadtrelevantem Sortiment anzusiedeln, was vor allem bei den Geschäftsleuten in Penz­bergs Zentrum für große Erleichterung sorgen dürfte. Dies gilt auch für die Belegung der restlichen 800 Quadratmeter an Handelsfläche, die auf dem Edeka-Areal noch übrigen bleiben: sie sollen für den Verkauf von Tierfutter und Heimtierbedarf genutzt werden. 

Zwar sind mit der neuen Planung alle Träume von der Ansiedlung eines Elektromarktes in Penzberg wohl dauerhaft geplatzt, doch schafft Kübl­böck mit seiner massiven Wohnbebauung die Voraussetzungen dafür, dass der Druck auf dem Immobilienmarkt mit zum Teil unbezahlbaren Miet- und Kaufpreisen reduziert wird. Konkret sind der Bau jeweils 150 Wohnungen mit zwei und drei Zimmern sowie 100 Einheiten mit vier Zimmern geplant, wobei ein Anteil von 30 Prozent eine Sozialbindung für einkommensschwächere Familien erhalten soll. Die Parkproblematik in diesem neuen Gebiet soll durch eine riesige, 600 Stellflächen umfassende Tiefgarage erfolgen. Oberirdisch sind vier Wasserläufe und großzügige Grünflächen geplant, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. 

Bürgermeister Stefan Korpan ist über diese Wendung bei der Entwicklung des Edeka-Areals mehr als zufrieden: „Damit haben wir nun einen Lösungsvorschlag auf dem Tisch, der unseren Einzelhandel zufrieden stellt und von dem auch die Penzber­ger durch den massiven Wohnungsbau nachhaltig profitieren“, erklärte er. Bei einem neuerlichen Gespräch mit Küblböck kurz nach seiner Amtsübernahme habe er mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung diesen Entwurf konkretisiert und „noch leicht modifiziert“, so dass er nun am Dienstagabend dem Stadtrat vorgestellt werden konnte. Sehr erfreut reagierte auch Monika Uhl, die Vorsitzende des Gewerbevereins Pro Innenstadt auf den neuen Entwurf: „Das ist super, mit dem hätten wir nicht gerechnet. So wird der Handel in der Innenstadt dauerhaft gestärkt.“ la

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