Es geht ums Grundsätzliche

Penzberg gibt sich einen neuen Flächennutzungsplan

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Klarheit über das Wachstum bekommen: An der Birkenstraße wird schon kräftig gebaut. Wo das an anderer Stelle im Stadtgebiet noch möglich und überhaupt erwünscht ist, soll der neue Flächennutzungsplan klären.

Penzberg – Wie entwickelt sich Penzberg in den nächsten Jahren? Und wie kann der Stadtrat diese Entwicklung steuern? Antworten dazu liefert der Flächennutzungsplan, der aufzeigt, welches Wachstumspotenzial sich wo findet. Da Penzbergs aktueller Flächennutzungsplan bereits aus dem Jahr 2002 stammt, will der Stadtrat nun ein neues Planwerk aufstellen. Damit verbunden ist ein aufwändiger Erarbeitungsprozess, wie jüngst im Bauausschuss klar wurde. Und: Das Wachstum konfrontierte das Gremium gleich noch bei einer Anfrage bezüglich eines Bebauungsplans für ein mögliches Baugebiet in Reindl.

„Es ist höchste Zeit, den Flächennutzungsplan zu aktualisieren“, betonte Stadtbaumeister Justus Klement. Wohl noch im Juli sollen sich dem Gremium vier Planungsbüros vorstellen, die aufzeigen, wie sie einen neuen Flächennutzungsplan erarbeiten wollen. Diese Auswahl will wohl bedacht sein, immerhin geht Klement von zwei bis drei Jahren aus, die es dauert, bis ein neuer Plan vorliegt. 

Hardi Lenk (SPD) hat diesen Prozess schon einmal mitgemacht, „das ist eine Mammutaufgabe“, sagte er. Wichtig sei für ihn, die Öffentlichkeit „im größtmöglichen Stil“ am Verfahren teilnehmen zu lassen. Schon deshalb schlug er mit Blick auf die Corona-Hygienemaßnahmen vor, Sitzungen zum Flächennutzungsplan künftig in die Stadthalle zu verlegen. Martin Janner (Penzberg Miteinander) regte an, den Flächennutzungsplan gleich mit einem Landschaftsplan zu verbinden, was aber ohnehin geschehe, wie Klement ausführte. Janner schlug zudem vor, dass sich der Stadtrat dringend vorab mit der Frage beschäftigen müsse, „wo wir denn eigentlich mit unserer Entwicklung hinwollen“. Konkret geht es ihm um die Fragen „Wie weit wollen wir wachsen?“ oder „Wollen wir überhaupt wachsen?“ Diese Vorstellungen sollten erst einmal gebündelt werden, so Janner. Genau darum gehe es dann im Verfahren, weshalb eine Diskussion vorab nicht nötig sei, beschied ihm Klement. 

Tatsächlich war der Bauausschuss dann nochmals mit einem möglichen Wachstum konfrontiert, denn dem Gremium lag eine Anfrage zur Ausweisung eines Baugebietes im Bereich Reindl, nördlich des Siedlungsgebiets „Auf der Etz“ vor. Schon einmal befasste sich das Gremium mit dieser Idee, nämlich 2018, als eine Fläche zwischen Untermaxkron und Reindl mit Wohnhäusern bebaut werden sollte. Der Stadt wurden damals 40 Prozent der Fläche im Rahmen der Richtlinie zur sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) zum Kauf angeboten, um dort ein Einheimischenmodell zu realisieren. Allerdings liegen dort Biotopgebiete, die zu berücksichtigen sind. Der Stadtrat lehnte es damals ab, einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Situation ist auch heute keine andere, selbst wenn der aktuelle Antrag einen weitaus kleineren Umfang als die damals ins Auge gefassten knapp fünf Hektar. „Wir haben hier ein kartiertes Biotop, eine Ausgleichsfläche hierfür zu finden, wird schwierig“, erklärte Bürgermeister Stefan Korpan. Ludwig Schmuck (CSU) pflichtete ihm bei und meinte: „Eine wertvollere Öko-Fläche als diese gibt es ja gar nicht.“ Ob deshalb hier überhaupt eine Entwicklung möglich wäre, soll laut Korpan auch im Zuge der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans geklärt werden. Das war dann wieder ganz im Sinne von Martin Janner, der nochmals anmerkte: „Mir fehlt dazu eben noch die Grundsatzdebatte.“ dd

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